13.–19.01.2020 Für alle: 17.–19.01.2020

#immcologne

Alle Gewinner und Nominierten des Pure Talents Contest 2019 auf der imm cologne

Hier können Sie alle Informationen und Inhalte zum Pure Talents Contest herunterladen.

Pressekit 2019 downloaden (.zip)

Die Gewinner:

1. Preis: Ilja Huber

Portrait-Ilja-Hubert

Ilja Huber, geb. 1983 in Krasnoturjinsk. Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher bei Volkswagen in Emden, studierte er Produktdesign bei Glen Oliver Löw und experimentelles Design bei Jesko Fezer an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, wo er 2018 seinen Abschluss im Master machte. Während seiner Studienzeit war er bei MYKILOS (Berlin) und KASCHKASCH (Köln) als Praktikant tätig.

Baschnja | Licht geteilt durch drei!

In seiner Master-Abschlussarbeit hat sich Ilja Huber mit dem Thema Lichtstimmungen in Wohnräumen beschäftigt. Die Idee war eine Leuchte zu gestalten, die das individuelle beleuchten von Räumen erleichtert. Die dreiteilige Leuchte Baschnja kann in einzelne Leuchtkörper und getrennt voneinander frei im Raum positioniert werden, um eine gewünschte Lichtatmosphäre zu schaffen. Dabei kann jeder Leuchtkörper unabhängig voneinander ein- und ausgeschaltet werden. Dank der 360° Drehfunktion der einzelnen Leuchtkörper lässt sich die Umgebung mit direktem und indirektem Licht bespielen. Zusammengebaut werden die drei akkubetriebenen Elemente über die Basis wieder aufgeladen.

Produkt-Ilja-Hubert

Q&As

In welchem Einsatzbereich siehst du dein Produkt?

Der Einsatzbereich ist für unsere Wohnräume gedacht.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

Bei der Entwicklung stand die Funktion im Vordergrund.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es eine Aufgabe?

Die individuelle Gestaltung der Lichtatmosphäre in unseren Wohnräumen war die Ausgangsidee. Mein Ansatz war es, eine Leuchte zu gestalten, die in mehrere Leuchten geteilt werden kann, um die Lichtquellen individuell und immer wieder aufs Neue im Raum zu positionieren.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Der Pure Talents Contest eröffnet mir die großartige Chance, mein Projekt einem breiten Publikum zu präsentieren und zu erfahren, wie meine Idee und ihre Umsetzung aufgenommen wird.

2. Preis: Christian Cowper

Portrait Christian Cowper

Christian Cowper ist Designer aus Leidenschaft. Seine Fähigkeit, die von ihm gemachten Erfahrungen zu reflektieren und wertzuschätzen, hat den Weg für einen achtsamen und rücksichtsvollen Umgang mit einem Design bereitet, das im Einklang mit dem Menschen steht. Christian hat sich mit Claudia Surrage zusammengetan, um Phat Design zu gründen und mit einer unbeschwerten und frischen Haltung spannende Möbel und Produkte zu gestalten.

Bench Gang | Let’s play!

Die Bench Gang verkörpert den puren Genuss an Spaß und Spiel – und haucht einem eher schlichten Möbel wie einer Bank Leben ein! Das Projekt „Play“ untersucht den Nutzen des Spielens für Geist und Seele – etwas, das mit zunehmendem Alter oft vergessen wird. Der naturbelassene Charakter von Kiefernholz, die robusten Verbindungen, von denen die Bänke zusammengehalten werden, und die farbenfrohen Abschlüsse und Füße vermitteln bereits optisch, was eigentlich jedes kreative Spielen ausmacht – die Unvollkommenheiten des Gegebenen annehmen und der Phantasie freien Lauf lassen!

Produkt Christian Cowper

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest Du Deinem Produkt mitgeben?

Die Bench Gang können Sie zum Sitzen nutzen – oder wofür auch immer Sie wollen.

In welchem Kontext siehst Du Dein Produkt?

Es sind Möbel für einen Kontext, in dem Möbelstücke mit einer freundlichen Ausstrahlung gewünscht sind, die nicht einschüchtern, sondern zu sozialer Interaktion anregen.

Wovon bist Du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Vom Material.

Welche Geschichte hat Dein Produkt – gab es einen Anlass?

Ironischerweise wurde während meiner Recherchen, bei denen es ja um ein leichtes, fröhliches und spielerisches Design ging, eine schwere Depression bei mir diagnostiziert. Zu verstehen, dass ich wirklich eine psychische Erkrankung habe und mein Wunsch, diese zu überwinden, waren wesentliche Faktoren innerhalb des Projekts.

Wenn wir einmal über die Unvollkommenheiten im Handwerk und deren Akzeptanz nachdenken, dann gibt es da eine Berührungslinie, eine Verbindung, die wir zu uns selbst als Menschen ziehen können. Wirklich zu verstehen, dass Dinge unvollkommen und unvollständig sein können und auch dürfen, gibt uns einen unglaublich großen und schönen Spielraum, um zu verbessern und dabei zu genießen.

Welche Trends siehst Du aktuell im Design und im Interior Design?

Ich denke, wir erleben gerade einen sehr spannenden Wandel weg vom Minimalismus hin zu einer Renaissance des Handwerks und der Farben.

Was reizt Dich am Pure Talents Contest?

Ich bin sehr gespannt darauf, in einem internationalen Rahmen neben anderen tollen Designern auszustellen.

3. Preis: Julian Marticke

Portrait Julian Marticke

Julian Marticke, Jahrgang 1992, geboren in Gummersbach, Deutschland. Nach abgeschlossener Berufsausbildung zum Tischler und Erfahrungen als Geselle in einer Möbeltischlerei im westfälischen Münster, studiert Julian seit 2017 Integrated Design an der Köln International School of Design.

A Day at Zoo | Zoo für Zuhause

Dekoration und Spiel. Geometrische, bunte Holzbausteine werden zum Leben erweckt. Mit Hilfe von eingebauten Magneten können die Steine zu Tieren oder Phantasielebewesen kombiniert werden. Ob als Anschauungsobjekt auf dem Esstisch, zur Ablenkung im Büro oder zerpflückt auf dem Spielteppich. Die sechs Tiere erfreuen Jung und Alt im Alltag. Dieser Mechanismus ist ansteckend.

Produkt Julian Marticke

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Einfach auspacken und loslegen. Intuition braucht keine Gebrauchsanweisung.

In welchem Umfeld siehst du dein Produkt?

Kindergarten, Spielzimmer (Kreativitätsförderung)

Büro, Wohnzimmer (Ablenkung)

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

Die reduzierte und abstrakte Form der Tiere steht klar im Vordergrund der Entwicklung. Doch auch Material und Funktion waren von Beginn an sehr relevant. Die Haptik und Vielseitigkeit von Holz eignet sich hervorragend für Spielzeug. Mit Hilfe der Magnete konnte ich die gewünschte Funktion ermöglichen. Das Produkt ist vielfach variabel, intuitiv und leicht weiterzuentwickeln.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es einen Anlass?

Ursprünglich habe ich das Produkt entwickelt, um Kindern und ihren Großeltern ein Medium für gemeinsames Spielen zu geben. Spielen verbindet Menschen, es bietet die Möglichkeit voneinander zu lernen, Spaß zu haben und den Spielpartner kennen zu lernen. Kinder können ein spannendes Erlebnis zum Zoo vertiefen und Ältere in eigenen Kindheitserinnerungen schwelgen. Die Spielsteine fördern Kreativität, Koordination und Abstraktion von Alt und Jung.

Welche Trends siehst du momentan im Design und im Interior Design?

Smartes Design und Digitalisierung sind definitiv ein aktueller Trend in Design und Alltag. Meiner Meinung nach ist dieser Trend ein Grund mehr ein Spiel aus Holz zu entwickeln, um Beschäftigung und Sinnesentwicklung auf ein analoges Medium zu lenken.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Der Pure Talents Contest bietet mir die Möglichkeit, meine Arbeit und die damit verbundenen Gedanken zu präsentieren und zu diskutieren. Viele Besucher sind aus der Design- und Möbelbranche, ich freue mich auf Feedback, internationalen Austausch und besonders auf die Arbeiten der anderen Teilnehmer.

Special Mentions: Michael Varga

Portrait Michael Varga

Der 28-jährige Michael Varga studiert im 5. Semester Industriedesign an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart. Vor seinem Designstudium absolvierte er ein Maschinenbaustudium sowie eine Ausbildung zum Metallbildner mit der Fachrichtung Ziseliertechnik in einer Kunstgiesserei.

The Conscious Unconsciousness | Dialogreife Produkte

Hier stehen nicht Materialität, Produktion oder Ergonomie im Vordergrund, sondern der bewusste Umgang mit unserem Konsum. Heutzutage ist es so einfach, billige Kleidung zu kaufen, ohne sich über die Ethik dahinter Gedanken zu machen. Der Kleiderbügel tritt mit dem Menschen in einen Dialog, indem er die Kleidung auf den Boden wirft, die man längere Zeit nicht getragen hat. Eine gängige Armatur lässt man einfach laufen und verschwendet dadurch eine wertvolle Ressource. Hier läuft aus dem Wasserhahn nur die Menge Wasser, die durch Drücken eines Balls vorbestimmt wurde. Der High-Five Lichtschalter erinnert daran das Licht auszuschalten, wenn man den Raum verlässt. Denn manchmal reichen kleine Veränderungen wie etwa die Form oder Positionierung eines gewöhnlichen Lichtschalters, um eine große Veränderung in der Wahrnehmung zu bewirken.

The Conscious Unconsciousness Michael Varga

Q&As

In welchem Umfeld siehst du dein Produkt?

Im Alltag, an Orten der Gewohnheit.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

In meinen Entwürfen steht nicht mehr Materialität, Produktion oder Ergonomie im Vordergrund. Ich wollte die Aufmerksamkeit auf Alltagsprodukte lenken, die den Überkonsum fördern, indem ich nur subtile Änderungen an archetypischen Formen vorgenommen habe. Diese kleinen Stolpersteine in der alltäglichen Gewohnheit sollen einen bewussteren Umgang mit den Produkten fördern.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es ein Anliegen?

Das Projekt richtet sich gegen den Überkonsum und für das kritische Hinterfragen bestehender Gewohnheiten im Umgang mit Produkten. Ich interessierte mich für den Konsum von Wasser, Elektrizität und Kleidung und analysierte die Produkt-Peripherie dieser Bereiche, sowie Details, die den Überkonsum fördern. Ich wollte das gestalten, was die Verbindung zwischen dem Menschen und dem Medium bildet und sich auf einer greifbaren Ebene im Alltag befindet.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Die Möglichkeit konstruktive Kritik auf internationaler Ebene und vor großem Publikum zu erhalten.

Weitere Nominierungen:

Rongjie Yang

Portrait Rongjie Yang

Das X-Work Designteam mit Sitz in Peking, China, besteht aus drei Produktdesignern, die mit Leidenschaft und Entschlossenheit daran arbeiten, den Status Quo des chinesischen Designs zu ändern. Bei X-Work ist man stolz auf das kulturelle Erbe Chinas, ebenso aber auf die unterschiedlichen Wertvorstellungen, die jeder der Designer mit in das Team bringt.

POP | Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken!

Irgendwo in unserer Erinnerung gibt es sie noch – die perfekt geformte Seifenblase, diesen Raum nur für uns. Wir werden älter, aber das Kind in unserem Herzen bleibt, sehnt sich nach einem Moment abseits der Strenge und Gewichtigkeit der Erwachsenen-Realität. POP bietet diesen Moment in Form eines Raums, in den man seinen Kopf hineinstecken und eine Pause vom Lärm und Stress einlegen kann. Das schalldämmende Material erlaubt es, ganz in Ruhe zu meditieren. Durch den transparenten Streifen in der Außenhaut kann man, wann immer man möchte, die Umgebung sehen, so dass das beengende Gefühl eines geschlossenen Raums nicht aufkommt.

POP Rongjie Yang

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest Du deinem Produkt mitgeben?

Zum Gebrauch bitte Kopf hereinstecken. Oder aufhängen und sich einfach dran freuen.

In welchem Umfeld siehst Du Dein Produkt?

POP ist besonders für den Einsatz am Arbeitsplatz und in jeder Art des öffentlichen Raums gedacht.

Wovon bist Du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Der Ausgangspunkt für die Entwicklung von POP war eindeutig die Funktion, nämlich einen privaten Rückzugsraum innerhalb des öffentlichen Raums zu bieten. Zwar sind derartige Produkte zugegebenermaßen keine Seltenheit mehr. Angesichts des Angebots in diesem Bereich war es mir jedoch wichtig, mit etwas Humor an die Sache zu gehen, die sich dann auch in Spaß und Freude an der Verwendung von POP für den Nutzer übersetzen sollte.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es eine Inspiration?

Die Inspiration für POP kommt von einer genaueren Betrachtung des Begriffs der „Privatsphäre“ – und dessen Neudefinition. Ich habe mich gefragt, wie dieses sichere, geborgene Gefühl eigentlich entsteht, das man hat wenn man sich in einer privaten Sphäre aufhält. Das Ergebnis war, dass – psychologisch gesehen – eigentlich nur zwei Sinneswahrnehmungen relevant sind, nämlich das Sehen und das Hören. Meine Lösung bestand daher darin, alles Unnötige wegzulassen und sich darauf zu konzentrieren. Und daraus ist dann eben POP entstanden, ein Produkt, das sich an der Decke aufhängen lässt und das nur Kopf und Schultern bedeckt.

Welche Trends siehst du aktuell im Design und im Interior Design?

Ich glaube, dass Designtrends stark mit den Bedürfnissen des Markts korrelieren. Im chinesischen Design gibt es in letzter Zeit drei Schlüsselwörter: Spaß, Persönlichkeit und Farbe. Chinesische Designer haben gerade damit begonnen, Persönlichkeit in Produkte zu integrieren. Gleichzeitig besteht mittlerweile eine höhere Bereitschaft seitens der Kunden, mehr für besonderes, interessantes Design zu bezahlen, um über solche Objekte Individualität und eine bestimmte Lebenseinstellung auszudrücken.

Was reizt Dich am Pure Talents Contest?

Wir hatten die Arbeiten früherer Teilnehmer gesehen und fanden sie interessant, unkonventionell und kritisch. Wir glauben, dass dieser Wettbewerb Kreativität, Innovation und kritisches Denken unterstützt – und damit Eigenschaften, die wir auch unseren eigenen Entwürfen zuschreiben würden. Aufgrund dieser starken Kompatibilität wäre der Wettbewerb eine gute Gelegenheit für uns, unsere Arbeiten zu zeigen.

Riku Toivonen

Riku Toivonen

Riku Toivonen wurde 1985 in Helsinki geboren. Im Jahr 2016 schloss er sein Studium am Lahti Institute of Design (Finnland) mit dem Bachelor of Design ab. Derzeit studiert er Produktdesign in der Master-Klasse des Londoner Royal College of Art. Als lebhafter Mensch mit einer überschäumenden Phantasie, möchte er gleichermaßen coole wie funktionale und zeitlose Produkte schaffen, die den Herausforderungen von heute standhalten.

Leppänen | Designed by nature

Im August 2018 verbrachte Riku Toivonen einen Monat in einer Kunstresidenz mitten in Finnland. Hier entdeckte er neben einem kleinen Sägewerk einen Haufen wunderschöner Birken, die bereits begonnen hatten zu verrotten. Normalerweise wird dieses Holz als Stützbalken für Transporte verwendet und nicht mehr in der Möbelindustrie. Aber Riku hielt das für eine ziemliche Verschwendung von solch einzigartigem Holz und wollte diesen schönen Stücken neues Leben schenken. Bei der Gestaltung des Esstisches Leppänen werden die natürlichen Fehler des Holzes berücksichtigt. Die Muster für die Endkörnung entstehen auf natürliche Weise, wenn das Holz jahrelang im Freien steht.

Produkt-Riku-Toivonen_1

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Der Leppänen ist ein Esstisch.

In welchem Kontext siehst du dein Produkt?

Ich würde sagen, Möbelgestaltung nach ökologischen Designmaßstäben.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Der Ausgangspunkt für die Produktentwicklung bei dem Leppänen war definitiv das Material. Im Mittelpunkt der Gestaltung des Esstischs stand die Verwendung eines Werkstoffs, der sonst als Abfall eingestuft wird, nämlich verrottetes Holz. Mir ging es darum, diesem Naturmaterial etwas mehr Respekt entgegenzubringen und es einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es eine Inspiration?

Es gibt da einen kleinen Ort, von dem die allermeisten Menschen ganz sicher noch nie etwas gehört haben – ein Dorf mitten in Finnland namens Karstula, in dem etwa 4000 Menschen wohnen. Im August 2018 verbrachte ich dort einen Monat im Rahmen eines Residence-Programms namens ArtRanta. Während meines Aufenthalts lernte ich Markku Leppänen kennen, der ein kleines Sägewerk in der Nähe des Dorfes betreibt.

Bei einem Besuch in seinem Betrieb zeigte mir Markku einen Stapel verrottender Balken aus Birkenholz, die zuvor als Stützbalken für den Transport verwendet worden waren und fragte mich, ob ich nicht etwas daraus machen wolle. Ungefähr seit Ende des 20. Jahrhunderts ist die Möbelbauindustrie in Finnland stark rückläufig und damit die Nachfrage nach Holz entsprechend gesunken. In den Betrieben der traditionell starken Forstwirtschaft des Landes stapeln sich aber immer noch riesige Holzbestände, die darauf warten, genutzt zu werden. Normalerweise wird dieses Material für die Möbelherstellung nicht in Betracht gezogen, was mir aber wie eine enorme Verschwendung vorkam, zumal mich die Balken absolut faszinierten. Wenn Holz jahrelang im Freien liegt, lassen Klima und Feuchtigkeit es verrotten und bilden ganz bestimmte, hochinteressante Muster auf der den Witterungen ausgesetzten Oberfläche. Jeder Balken verrottet anders und ist so völlig einzigartig. Ich wollte ein ästhetisch ansprechendes Möbelstück schaffen, das diese Einzigartigkeit aufgreift und in den Mittelpunkt stellt. Mit dem Leppänen-Esstisch habe ich dann eine Möglichkeit gefunden, dem Material diesen Respekt entgegenzubringen und diese Muster zur Geltung zu bringen.

Für den Leppänen kommt ja ein normalerweise als Abfall eingestuftes Material zum Einsatz. Das funktioniert, weil die natürlichen Unvollkommenheiten von verrottetetem Holz zu einem wichtigen Bestandteil der Konzeption des Esstischs geworden sind. Je nach Muster, das zutage tritt, ist jeder Tisch anders. Für die Montage werden einfach die Beine in den Rahmen geschoben, einige Schrauben angezogen – und fertig. Im zerlegten Zustand ist der Tisch flach als Paket verpackt und kann so effizient von A nach B transportiert werden.

Welche Trends siehst du aktuell im Design und im Interior Design?

Mich persönlich hat schon immer eher der funktionelle Aspekt interessiert, von daher sehe ich lieber Neues in dieser Hinsicht als bestimmte Entwicklungen beispielsweise in der Farbgebung. Also achte ich natürlich auch viel stärker auf solche Dinge. Generell fällt dabei auf, dass es eigentlich immer dann leichter fällt, den Zweck eines Produkts zu verstehen, wenn es eine besondere Geschichte dazu gibt.

Was reizt dich am Pure Talents Contest?

Der Pure Talents Contest bietet jungen Designern eine gute Gelegenheit, ihre Arbeiten zu zeigen und über die Ideen und die Philosophie, die dahinter steckt, zu diskutieren. Auch das Feedback der Branche und der Besucher ist sehr wichtig.

Kevin Gerstmeier

Portrait_Kevin-Gerstmeier

Kevin Gerstmeier wurde im September 1992 geboren. Im August 2011 begann er eine Ausbildung zum Schreiner. Im Hinblick auf seine Kreativität war diese Ausbildung der Grundstein für seine heutigen Entwürfe. Während seiner gegenwärtigen Studien an den Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen hat er die Möglichkeit, sich intensiv mit Proportion, Funktion und Materialität auseinander zu setzten.

mahu | Universeller Raumschmuck

Mit „mahu“ möchte Kevin Gerstmeier die fließenden Formen der 1960er Jahre neu interpretieren. Wie Äste aus einem Baumstamm wachsen die Beine gleichsam aus der Rückenlehne. Der Stuhl ist ein Zusammenspiel aus moderner organischer Formensprache, Massivholz und moderner CNC-Fertigungstechnik. In der Gesamtheit seiner Erscheinung ist dieser Stuhl ein Blickfang, möchte jedoch nicht nur mit den Augen wahrgenommen werden.

Produkt_Kevin-Gerstmeier

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Setzten und wohlfühlen

In welchem Umfeld siehst du dein Produkt?

"mahu" ist ein eleganter Stuhl, der jeden Raum schmückt.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

Die Form entstand aus der Idee. Großen Platz nahm der Entwicklungsprozess des Prototyps an der CNC-Maschine ein.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es eine Inspiration?

Inspiriert wurde ich durch die Natur und den Traum, einen guten Stuhl zu entwerfen.

Welche Trends siehst du momentan im Design und im Interior Design?

Geometrische Formsprache, nachhaltige Materialen und mehr Farben.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Der Pure Talents Contest gibt mir als junger Designer die Möglichkeit mich am Markt zu positionieren und meinen Entwurf den Besuchern vorzustellen.

Bastian Thürich

Portrait_Bastian-Türnich

Nach dem Abitur begann Bastian Thürnich 2003 mit seiner Ausbildung zum Tischler an der TFH. Nach einem Arbeitsaufenthalt in Südafrika im Jahr 2006 ließ er sich zum Tischlermeister weiterbilden. 2011 folgte der Weg in die Selbstständigkeit und der Mitbegründung der Desigh-Lables BYRK-moebel und Goodhabits. Seit 2015 studiert Thürnich an der Universität der Künste in Berlin Produktdesign.

SALT | Bei Kopfstand aus

SALT ist eine autark stehende, umweltfreundliche und vollständig recycelbare Leuchte. Die lediglich durch Kupfer, Magnesium und Salz betriebene Beistelleuchte „SALT“ verzichtet gänzlich auf Seltenerdmetalle und gesundheitsschädliche Säuren, um den Strom, den sie braucht, zu generieren. Die Kupferdrähte sind gestrickte Strukturen, in denen das Salz im Wasser Kristalle bildet. Diese brechen das Licht im Lampenschirm und reflektieren es. Statt eines Schalters zum An- und Ausschalten der Lampe werden die Eigenschaften des Salzwassers genutzt. Steht die Lampe auf dem Kopf, ist das Licht ausgeschaltet. Mit dem Umdrehen der Lampe fließt das Wasser vom Lampenschirm nach unten, schließ den Stromkreis und schaltet das Licht an.

Produkt_Bastian-Türnich

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Energie ist kostbar, nutze sie bewusst!

In welchem Einsatzbereich siehst du dein Produkt?

"SALT" ist eine mobile Leuchte, also vielseitig einsetzbar.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

Eher von der Funktion und dem Material. Letzteres sollte unbedingt möglichst umweltfreundlich zu entsorgen oder wiederverwertbar sein.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es einen Anlass?

Batterien ermöglichen unseren technischen Geräten große Mobilität. Die damit einhergehende Freiheit hat allerdings ihren Preis: Gefüllt mit schädlichen Säuren und Seltenerdmetallen sind sie auch durch ihre beschränkte Lebensdauer kleine Umweltkatastrophen. Dies bewog mich dazu, nach Alternativen zu suchen.

Welche Trends siehst du momentan im Design und im Interior Design?

Wir befinden uns einer Zeit, in der es scheinbar „alles“ gibt. Gleichzeitig stehen wir aber vor großen ökologischen und sozialen Fragestellungen, auf die es anscheinend keine eindeutig zufrieden stellenden Antworten gibt. So ist es erfreulich, dass eine Großzahl junger Designer sich dieser Themen annimmt und versucht, entsprechende neue Wege aufzuzeigen.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Der Austausch mit anderen Ausstellern und Besuchern auf einer internationalen Ebene ist für mich sehr interessant. Auch die eigene Arbeit vorzustellen und zu diskutieren, ist eine tolle Möglichkeit.

Aylene Ruschke

Portrait-Aylene-Ruschke

Die 25-jährige Aylene Ruschke wurde im Ruhrgebiet geboren. Für ihr Studium zog es sie 2013 an die Fachhochschule in Aachen. Im Jahr 2016 entschied sie sich dazu, ein Praxissemester bei Hoffmann und Kahleyss Design in Hamburg zu absolvieren, wo sie anschließend auch ihre Bachelorarbeit schrieb.

Floating Boxes | Ein rosa Aquarium für deine Lieblingsstücke

Das Ausstellungsmöbel Floating Boxes schafft die Möglichkeit, Lieblingstücke auf eine besondere Art und Weise zu präsentieren. Der Aufsatz ist ausschließlich aus Glas gefertigt und sein Inneres unzugänglich. Dadurch entsteht ein besonderer Präsentationsraum, in dem zwei eingesetzte Glaskuben förmlich schweben. Diese stellen den eigentlichen Ausstellungsraum dar. Dabei werden die Kuben von oben oder von der Seite bestückt.

Produkt_Aylene-Ruschke

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Ein Blick durch die Rosarote-Brille auf deine ganz persönlichen Schmuckstücke.

In welchem Einsatzbereich siehst du dein Produkt?

Ungewöhnliches Handling für besondere Ausstellungsstücke.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

Bei der Entwicklung habe ich versucht möglichst von einem emotionalen, philosophischen Ansatz auszugehen. Natürlich unterstützt sowohl das Material als auch die Form und Funktion bzw. das Handling diesen Ansatz. Zu Beginn war mir aber sofort klar, dass ich viel Glas verarbeiten möchte.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es eine Aufgabe?

Meine Motivation war es, die klassische Vitrine neu zu interpretieren. Dabei ging es mir vor allem darum, einen Raum für ganz unterschiedliche, persönliche Schmuckstücke zu gestalten. Der Schaukasten soll dem auszustellenden Produkt zu Exklusivität verhelfen. Emotional unbeteiligte Personen sollen das Ausstellungsstück durch die rosarote Brille betrachten können.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Mich als Designerin vorstellen zu können und die Möglichkeit innerhalb kürzester Zeit mit namenhaften Herstellern und Designern in Kontakt kommen zu können.

Zohair Zouirech

Portrait Zohair Zouirech

Zohair Zouirech wurde 1983 in Bni Kissan, Marokko, geboren. Nach den Studium in Informationsmanagement an der Universität Koblenz-Landau und einer Ausbildung zum Schuhmacher, begann er 2014 ein Studium an der Hochschule Düsseldorf Applied Art and Design, das er 2018 mit dem Bachelor of arts abschloss. 2017 belegte er ein Auslandsemester in Produkt-Design an der ArtEZ University of the Arts in Arnhem in den Niederlanden.

2018 | Funktion und Poesie

Die elegante Linienführung schafft Transparenz. Der weiche Stoff schafft Kontrast zum sachlichen Stahlrohr. Nur durch einen einfachen Knoten entsteht die Sitzfläche.

Produkt Zohair Zouirech

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Der Stoff ist 2,50m lang und 1,50m breit. Beide Enden des Stoffes werden durch einen einfachen Knoten miteinander verbunden und über das Gestell gezogen. Dadurch entsteht die Sitzfläche.

In welchem Einsatzbereich siehst du dein Produkt?

Der Sessel kann sowohl im Objektbereich, als auch im Wohnbereich Verwendung finden.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

Ausgehend aus der Geschichte des Bauhauses entstand hier ein Sessel, der einen Bezug zwischen Funktion, Material und Form herstellt. Der Grundgedanke ist, dass Transparenz geschaffen wird, durch die elegante Linienführung des Gestells, die jedoch durch den weichen Stoff in Kontrast gesetzt wird.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es einen Anlass?

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit wurde der Sessel entwickelt. Mein Anliegen war es, einen inhaltlichen Bezug zu dem Thema 100 Jahre Bauhaus herzustellen.

Welche Trends siehst du momentan im Design und im Interior Design?

Der Trend bewegt sich in Richtung Digitalität. Jedoch gewinnt das Analoge einen besonderen Stellenwert.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Der Pure Talents Contest bietet eine hervorragende Plattform für Designer und Designerinnen, da hier die Möglichkeit besteht, nominierte Arbeiten auf der internationale Möbelmesse in Köln zu präsentieren.

Alice Guidi

Portrait Alice Guidi

Alice Guidi ist eine Designerin, die sich seit jeher für die Erforschung der Einsatzmöglichkeiten von Materialien im Design sowie deren Nachhaltigkeit interessiert. Sie untersucht dabei auf den ersten Blick voneinander getrennte Bereiche, um gemeinsame Berührungspunkte zu finden. Guidi befasst sich intensiv mit den Prozessen der Herstellung und verbindet dabei technische Aspekte mit ihrer Intuition.

Paper Tiles | starkes Papierrecycling

Dieses Projekt betrachtet Abfall aus einem neuen Blickwinkel und erweitert die Möglichkeiten für ein Upcycling von Papier, indem es die Möglichkeiten zur Verbindung von gebrauchtem Papier und Porzellan untersucht und nutzt. Durch die Wiederverwertung von Papier, das sonst auf der Mülldeponie landen würde, entsteht hierbei ein Keramikschaum, der den benötigten Materialeinsatz von Porzellan reduziert. Die Materialkombination spart 50 % Porzellan und macht das Produkt um 50 % leichter. Um schalldämmende Wandfliesen herzustellen, wird schließlich die offene und unebene Struktur der Porzellanoberfläche genutzt, um die Schallwellen zu absorbieren und zu brechen.

Produkt Alice Guidi

Q&As

In welchem Einsatzbereich siehst Du Dein Produkt?

Das Produkt ist gedacht für den Einsatz in Umgebungen, in denen gute akustische Bedingungen herrschen müssen, so wie Cafés, Restaurants oder Büros.

Wovon bist Du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Vom Material. Ich habe mich zunächst sehr intensiv mit dem Thema Papier, dem Verbrauch von Papier und den Methoden zu dessen Wiederverwertung beschäftigt. Dann habe ich überlegt, wie ich Altpapier als Ausgangsmaterial für neue Anwendungen nutzen kann.

Welche Geschichte hat Dein Produkt – gab es einen Anlass?

Zunächst habe ich Papier mit anderen Materialien wie Klebstoffen oder Harzen gemischt, um es zu verstärken, begann aber schon bald, die Nachhaltigkeit des so von mir hergestellten Verbundwerkstoffs in Frage zu stellen. Schließlich habe ich einen komplett anderen Ansatz gefunden und habe damit experimentiert, Altpapier mit Porzellan zu kombinieren und auf diesem Wege entstand letztlich ein Material, das stärker ist als Papier, aber gleichzeitig leichter als Porzellan und mit dem ich tatsächlich arbeiten konnte.

Joe Smith

Portrait Joe Smith

In den Arbeiten des britischen Designers Joe Smith zeigt sich die Entstehungsweise von Objekten durch eine Betonung bzw. Überbetonung ihrer Einzelkomponenten. Sein Anliegen ist es, mutige und unverwechselbare Arbeiten mit einer industriellen Ästhetik zu schaffen. Seine stark materialorientierte Arbeitsweise nutzt die Stärken der verschiedenen Materialien und soll sie anhand der Konstruktion und Montage seiner Objekte offenlegen.

Billy Chair | Materialkombination hoch 3

Wie kann eine bewusste eine Akzentuierung von Komponenten und die Bauweisen ein Interesse daran wecken, wie Objekte gefertigt werden? Mit einer von Jean Prouvé inspirierten, auffälligen Ästhetik will der Billy-Stuhl minimalistische Ideologien hinter sich lassen und seine einzelnen Komponenten aus unterschiedlichen Materialien bewusst zur Schau stellen. Die Kombination von schwerem Stahl und dem starken Rahmen aus Eschenholz verleiht dem Stuhl seinen markanten Industrielook. Die Festigkeit und strukturelle Sicherheit des Stuhls wird durch die Verwendung großer Edelstahlschrauben noch verstärkt. Die kräftigen, leuchtenden Farben sind David Hockneys Bildern entlehnt und sollen die verschiedenen Aspekte von Billy unterstreichen.

Produkt Joe Smith

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest Du deinem Produkt mitgeben?

Dies ist ein Möbelstück, das Sie nutzen können, um besonderen Komfort zu genießen.

In welchem Einsatzbereich siehst Du Dein Produkt?

Der Sessel ist eine Hommage an den Möbelbau, den er zelebriert und zu dessen tieferem Verständnis er beitragen möchte.

Wovon bist Du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Ich habe das Design des Sessels um seine einzelnen Komponenten herum entwickelt und diese dann so eingesetzt, dass sie das Gesamtbild auf eine ganz bestimmte Art und Weise beeinflussen. Dieses Vorgehen führte dann auch zu der schweren, massigen Form. Die Verbindung der verschiedenartigen Materialien wurde durch die Verwendung großer Edelstahlschrauben ermöglicht, woraus sich dann die Struktur des Sessels ergab.

Welche Geschichte hat Dein Produkt – gab es eine Inspiration?

Die ursprüngliche Anregung bezog ich aus der Konstruktionsweise von Zügen und Brücken in Nordengland. Daher auch die Schrauben. Die konsequente Übertragung des so inspirierten strukturellen Prinzips auf den Einsatz der Einzelkomponenten war dann gleichzeitig die Methode zu deren Betonung, um damit – wie unter einer Lupe – die Bauweise des Möbels offenzulegen.

Welche Trends siehst du aktuell im Design und im Interior Design?

Groß und massig.

Was reizt dich am Pure Talents Contest?

Der Wettbewerb ist eine hervorragende Gelegenheit, meine Arbeiten einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und kreative Gleichgesinnte zu treffen.

Julian Ribler

Portrait Julian Ribler

Nach seiner Schreinerlehre studierte Julian Ribler Materialwissenschaften, bevor er an der Universität der Künste Berlin seinen Bachelor in Industriedesign ablegte. Praktika bei Barber Osgerby und Industrial Facility in London unterstrichen seine Ausrichtung auf Möbel- und Produktdesign. Seit seinem Abschluss 2018 ist er als freischaffender Designer im Auftrag verschiedener Unternehmen tätig und lehrt daneben noch an der UDKBerlin.

Cléo | Eine Eins für dynamisches Sitzen

Julian Ribler untersucht die Beziehungen, die sich im Laufe der Zeit zwischen uns und den physischen Objekten, denen wir täglich begegnen, entwickeln. Mit einem Fokus auf die starke Wirkung, die diese Interaktionen auf uns haben, integrieren seine Entwürfe konzeptionelles Denken und die Möglichkeit, sensorische Erfahrungen zu machen, die das Verständnis für unsere Umwelt vertiefen und unsere Beziehung zu ihr verbessern. Mit Cléo wendet Julian Ribler diesen Ansatz auf den Bildungsbereich an, indem er mit einer fantasievollen, spielerisch-dynamischen Formgebung eine Alternative zu den traditionellen Typologien der Schulmöbel bietet, die Kinder in eine statische, permanent aufrechte Position zwingen. Cléo hinterfragt diese Rigidität und setzt ein breites Spektrum an Möglichkeiten dagegen, Möbel, deren Umgebung und die jeweilige Lernsituation flexibel aneinander anzupassen.

Produkt Julian Ribler

© Julia Luka Lila Nitzschke (http://zoooi.de)

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Cléo soll als intuitives und flexibles Möbel verstanden werden.

In welchem Kontext siehst du dein Produkt?

Cléo ist ein Möbel für kreative Lernwerkstätten sowie den schulischen Raum.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder der Funktion?

Alle drei Merkmale fließen zu gleichen Teilen in den Entwurf ein. Ein Schwerpunkt liegt jedoch auf dem Material und dessen haptische Erfahrung.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es ein Anliegen?

Die theoretische Auseinandersetzung mit Friedrich Heubach's Buch: "Das bedingte Leben. Theorie der psycho-logischen Gegenständlichkeit der Dinge", Besuche in Schulen, Interviews, Recherche zu Schulmöbeln und Besuche von Herstellern, bilden die Grundlage meines Entwurfs. Mit Cléo will ich Fragen zur derzeitigen Entwicklung stellen.

Welche Trends siehst du momentan im Design und im Interior Design?

Ein neues Verständnis für Nachhaltigkeit und lokale Produktion.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Den Kontakt mit Herstellern / Austausch, Kritik und Feedback zur eigenen Designposition / Mein Produkt einem großen Publikum zu präsentieren.

Joca van der Horst

Portrait Joca van der Horst

Der niederländisch-brasilianische Designer Joca van der Horst hat an der Technischen Universität Eindhoven Industrie- und Mediendesign studiert. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit interaktiven Produkten, die einen humanzentrierten Ansatz verfolgen. Nach Abschluss seines Bachelorstudiums absolviert Joca derzeit den Masterstudiengang im Fach Mediendesign am Piet Zwart Institute in Rotterdam.

Onda | Luftreinigung als Kunst

Onda, ein luftreinigendes und dabei gleichzeitig dekoratives Textil, besteht aus einem Gewebe mit einer dünnen Beschichtung auf der Basis von Titandioxid mit aufgepulvertem Kupfer. Diese chemisch aufgebrachte Schicht versetzt das Textil in die Lage, das Tageslicht zu nutzen, um eine Reaktion mit Ruß- und Geruchspartikeln zu erzeugen und diese in harmlose Wassermoleküle umzuwandeln. Der Benutzer kann die Luftqualität durch leichtes Drücken des Stoffes verfolgen. Bei sauberer Luft wird hierdurch ein ruhiges, gleichmäßiges Licht aktiviert, das aber schnell und hektisch zu flimmern beginnt, wenn Verschmutzungen wahrgenommen werden. Man kann die luftreinigende Wirkung auch kurzzeitig verstärken, indem man das Objekt drückt und damit ultraviolettes Licht über den Rahmen aussendet, die effizienteste Methode zur schnellen Luftreinigung. Mit austauschbaren Textilien und Designs vereint Onda persönlichen Ausdruck mit einer Technologie zur Verbesserung der Lebensqualität.

Produkt Joca van der Horst

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest Du deinem Produkt mitgeben?

Hängen Sie es an die Wand, schließen Sie den Netzstecker an, warten Sie etwas und genießen Sie dann die saubere Luft in vollen Zügen!

In welchem Umfeld siehst du euer Produkt?

Ich stelle mir vor Onda an einem exponierten Ort im Zuhause vor, zum Beispiel wie es mitten an einer Wohnzimmerwand hängt.

Wovon bist Du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Das waren die Materialien und die Interaktion, die sie ermöglichen! Die Nanobeschichtung bietet eine völlig neue Möglichkeit der Luftreinigung. Die textile Oberfläche ist hervorragend geeignet für diese Beschichtung, und zwar nicht nur im technischen Sinne, sondern auch als Form, die Technologie in subtilerer Art und Weise in unser Zuhause zu integrieren.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es einen Anlass?

Es findet gerade eine ganze Menge an innovativer Entwicklung im Bereich der Luftreinigung im öffentlichen Raum statt. Schließlich verbringen die Menschen mehr als 80% ihrer Zeit in Innenräumen. Allerdings haben Luftreiniger dabei immer noch den Charme weißer, funktionaler Boxen. Ich erfuhr von einer Art der Nanobeschichtung, zu der an meiner Universität geforscht wurde und sah eine Möglichkeit, sie mit einem textilen Träger zu kombinieren, um so eine subtilere und ästhetischere Form der Luftreinigung zu entwickeln. Und wenn es gar keine Maschine in einem weißen Kasten sein muss – kann es dann nicht auch ein Gemälde sein?

Welche Trends siehst du aktuell im Design und im Interior Design?

Es ist äußerst interessant, wie Produktdesigner gerade im Bereich der elektronischen Geräte materialtechnisch zunehmend Anregungen aus der Innenarchitektur aufnehmen. Besonders schön finde ich es zu sehen, wie wichtig die Rolle ist, die Textilien dabei spielen, beispielsweise in Geräten wie Smart Speakers. Und umgekehrt findet die ruhige Technik zunehmend ihren Weg in die Innenarchitektur. Es ist schon cool, wie sich verschiedene Bereiche im Design gegenseitig inspirieren.

Was reizt Euch am Pure Talents Contest?

Der Pure Talents Contest ist eine großartige Plattform, um das Projekt einem internationalen Publikum zu präsentieren und die ganze Idee vielleicht auf eine neue Ebene zu heben. Außerdem machen mir solche Veranstaltungen viel Spaß und inspirieren mich. Ich freue mich sehr darauf, mit den anderen Designern und mit Ausstellern und Besuchern zu sprechen und zu sehen, was ihre Träume sind.

Felicia Schneeweis

Portrait Felicia Schneeweis

Felicia Schneeweis studierte an der Bauhaus Universität Weimar und dem National College of Art and Design in Dublin. Nach ihrem Bachelor in Produktdesign absolvierte sie Praktika bei dem schwedischen Designstudio Front und im Home&Living Bereich der Firma Tchibo.

Upside Down | Spieglein, Spieglein unterm Tisch

Upside Down ist ein stereotypischer Beistelltisch der in jedes Umfeld passt. Doch im richtigen Winkel wird er zum besonderen Hingucker. Dann nämlich kommt die zweifarbig lackierte Unterseite der oberen Tischplatte in dem Spiegel darunter zum Vorschein.

Produkt Felicia Schneeweis

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Gar keine, die Interaktion mit dem Produkt soll den Nutzer ja überraschen.

In welchem Einsatzbereich siehst du dein Produkt?

Durch seine schlichte Erscheinung passt es in unterschiedlichste Räumlichkeiten.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es einen Anlass?

Auf der Suche nach möglichen Materialien für einen Beistelltisch, habe ich auch über Spiegel nachgedacht. Der Nachteil, dass man dadurch die oft nicht so schöne Unterseite der Tischplatte sieht, hat dann ganz neue Möglichkeiten eröffnet und wurde zum Clou des Produkts.

Was macht den Pure Talents Contest für dich so interessant?

Die Vielfalt an unterschiedlichen Produkten und natürlich die Möglichkeit bei der imm ausstellen zu können und neue Kontakte zu knüpfen.

Gal Bulka

Portrait Gal Bulka

Der israelische Produktdesigner ist Absolvent der Bezalel Academy of Art and Design in Jerusalem. Er arbeitet im Auftrag verschiedener Unternehmen auf der ganzen Welt.

Axis | passgenaues Licht

Die Tischleuchte Axis ermöglicht es dank ihres runden Sockels und der konkaven Schalen der Staufächer, den Einfallswinkel des Lichts graduell zu verändern. Eine schöne Idee, zwei Alltagsgegenstände auf spielerische Weise miteinander zu kombinieren.

Produkt Gal Bulka

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest Du Deinem Produkt mitgeben?

Am liebsten gar keine. Ich glaube, dass sich „Axis“ auf sehr schöne Weise selbst erklärt.

In welchem Umfeld siehst Du Dein Produkt?

Es kann eigentlich überall platziert werden – im Eingangsbereich, auf dem Schreibtisch und an vielen Orten mehr.

Wovon bist Du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Von der Funktion.

Welche Geschichte hat Dein Produkt – gab es ein Anliegen?

Axis ist eine Tischleuchte, die es dank ihres runden Sockels und der konkaven Schalen der um diesen herum angeordneten Staufächer ermöglicht, den Einfallswinkel des Lichts graduell zu verändern – eine schöne Idee, zwei Alltagsgegenstände auf spielerische Weise miteinander zu kombinieren.

Welche Trends siehst Du aktuell im Design und im Interior Design?

Ich glaube, dass klare Linien und eine Ästhetik, die sich an hoher Nutzerfreundlichkeit orientiert, die aktuell maßgeblichen Trend sind und auch auf lange Sicht bleiben werden.

Was reizt Dich am Pure Talents Contest?

Ich hoffe, über die Teilnahme am Wettbewerb so viele Menschen wie möglich zu erreichen und vielleicht einen Hersteller für meine süße Axis-Lampe zu finden.

Mu Hau Kao

Portrait Mu Hau Kao

Mu Hau Kao bietet neue Perspektiven auf alltägliche Objekte. Mu hat viele Produkte neu interpretiert, mit der Absicht, das Offensichtliche aufzuzeigen, das niemand zuvor gesehen hat. Sein Ansatz ist nicht nur von raffinierter Ästhetik, sondern auch von einer intelligenten, ganzheitlichen Optimierung getrieben. Er will die Typologien, die er berührt, neu definieren und uns zeigen, dass Innovation einfach und elegant sein kann.

Physical Sketchbook | 21 Wege zu sitzen

Es begann alles mit einem guten Stück Kiefer, das Mu Hau Kao in seiner Werkstatt gefunden hat. Was folgte war eine explorative Recherche über die Typologie des Sitzens. Es ging darum, wie das Sitze Haltung und Bewegung beeinflussen, wie sie unser Körpergewicht tragen und für Entlastung sorgen können. Um die Frage zu beantworten, was gutes Sitzen in verschiedenen Kontexten bedeutet, hat Mu sein persönliches „physikalisches Skizzenbuch“ erschaffen – eine Sammlung von Sitzmöglichkeiten bestehend aus 21 Prototypen.

Produkt Mu Hau Kao

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest Du deinem Produkt mitgeben?

Das „Physical Sketchbook“ ist ein Forschungsprojekt, das aus meiner Neugierde auf mögliche Formen des Sitzens entstanden ist.

In welchem Einsatzbereich siehst du dein Produkt?

Der „House Stool“ ist für öffentliche Veranstaltungen im Innenbereich gedacht, beispielsweise für Workshops an Universitäten.

Wovon bist Du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Der „House Stool“ begann mit einer Idee, die ich hatte, als ich mich auf der Suche nach neuen Formen des Sitzens und einem etwas anderen Sitzgefühl auf alle möglichen verschiedenen Dinge gesessen habe. Zufällig fand ich ein liegen gebliebenes Holzstück, das bereits eine spitz zulaufende Form hatte. Ich habe mich darauf gesetzt und dafür wie es aussah, war es erstaunlich bequem. Im Grunde musste ich nur noch zwei dünne Kiefernbretter dazu nehmen, und schon hatte ich die Struktur für eine kleine, reduzierte Sitzgelegenheit.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es eine Inspiration?

Auch die Geschichte des „Physical Sketchbook“ begann mit einem spontan entstandenen Objekt. Ich fand ein schönes Stück Kiefernholz und noch ein paar andere Materialien in der Werkstatt und spielte einfach nur so damit herum, um nachzufühlen, was sich alles daraus entwickeln könnte. Manchmal ist es wirklich erleichternd, alle Vorgaben für ein bestimmtes Design aufzuheben und einfach zu beobachten, wie sich etwas entwickelt, dahin wie es einfach sein möchte. So war meine Diplomarbeit eine tolle Gelegenheit für mich, meine Neugierde auszuleben und die Typologie von Stuhl und Hocker zu erforschen.

Welche Trends siehst du aktuell im Design und im Interior Design?

Ich bin mir nicht ganz sicher, was die aktuellen Trends tatsächlich sind, denn jeder gestaltet doch ganz anders und auf seine persönliche Art und Weise. Allerdings scheint es doch so etwas wie einen Mainstream zu geben, der wohl dahin geht, Objekte auf sehr grafische Weise in einer Art skandinavischem Look zu gestalten.

Was reizt dich am Pure Talents Contest?

Der Pure Talents Contest ist derzeit eine der höchsten internationalen Auszeichnungen für Designer unserer Generation. Außerdem betrachte ich es bereits als Ehrung, als einer der Kandidaten ausgewählt worden zu sein und auf der Messe ausstellen zu dürfen.

INDO

Portrait INDO

INDO- wurde von Urvi Sharma und Manan Narang gegründet und hat seinen Sitz in Providence, Rhode Island und im indischen New Delhi. In Zusammenarbeit mit Handwerksmeistern in Indien und mit Zugang zu modernsten industriellen Ressourcen in Rhode Island forschen die Absolventen der der Rhode Island School of Design an der Schnittstelle von traditionellem Handwerk und zeitgenössischem Design, um markante Designobjekte für zu kreieren.

Ikat Credenza | Stoff für Illusionen

Die Oberfläche der niedrigen Anrichte Ikat Credenza spiegeln die typischen Sprünge und Verzerrungen wider, die den Ikat-Stoffen aufgrund ihres Herstellungsprozesses innewohnen. Sie zeigen aber gleichzeitig auch die Kunstfertigkeit auf, die mit dieser arbeitsintensiven Webtechnik verbunden ist. Wie bei den Kettfäden von Ikatstoffen üblich, werden die einzelnen Lamellen der Blende vor der Montage von Hand eingefärbt. Die Ungleichmäßigkeit der Linien verstärkt das Gefühl der Bewegung, wenn das Rollo um die Ecke dreht und dabei die Illusion eines sich abwickelnden Stoffes erzeugt.

Produkt INDO

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdet ihr eurem Produkt mitgeben?

Sollte mit der Rückseite gegen die Wand platziert werden. Die Türen lassen sich durch seitliches Verschieben der Griffe öffnen.

In welchem Einsatzbereich seht ihr euer Produkt?

Wohnen und Hotellerie.

Wovon seid ihr bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Bei der Entwicklung der Anrichte ging es uns darum, ein Verfahren zu entwickeln, das eine handwerkliche Technik, die traditionell nicht in der Möbelherstellung verwendet wird, auf die Fertigung eines Möbelstück zu übertragen. Durch die Kombination der für das Färben von Ikat-Stoffen eingesetzten Technik mit der Konstruktion von Rolltüren in Lamellenbauweise wollten wir eine völlig neue Verbindung zwischen bislang komplett verschiedenen Bereichen herstellen. Zunächst haben wir dabei ausgiebig mit dem Färben von Holz experimentiert, wobei wir sowohl die Holzart als auch die Art der Farbstoffe variiert haben, um schließlich ein Ergebnis zu erreichen, das dem Aussehen von Ikats möglichst nahe kam.

Welche Geschichte hat euer Produkt – gab es eine Inspiration?

Wir wollten ein Möbelstück schaffen, das einerseits prozesstechnisch innovativ ist und andererseits eine Hommage an eine klassische Form ist, nämlich an die Anrichte mit Rolltür im Mid-Century modern-Stil – ein Möbelstück, das heutzutage nicht mehr so oft zu sehen ist und dennoch sofort von allen wiedererkannt wird, die es früher schon einmal gesehen haben. Wir haben uns darüber hinaus intensiv mit dem Prozess des Färbens von Ikat-Geweben beschäftigt, insbesondere mit den typischen Sprüngen und Verschiebungen darin, mit denen die große Kunstfertigkeit augenfällig wird, die diese arbeitsintensive Webtechnik erfordert.

Welche Trends seht ihr aktuell im Design und im Interior Design?

Wir sehen derzeit viele junge Designer, die aus vorgegebenen Designtrends ausbrechen und stattdessen mit Objekten experimentieren, die mehr über sie als eigene Persönlichkeiten und ihre Sichtweise auf die Welt ausdrücken. In der Innenarchitektur beobachten wir eine ähnliche Entwicklung. Hier liegt das Augenmerk zunehmend auf einer ganz bestimmten Chemie, die sich aus der Zusammenstellung verschiedener Objekte in einem Raum ergibt, um darüber eine bestimmte Raumwirkung zu erzielen.

Was reizt Euch am Pure Talents Contest?

Für uns ist es etwas völlig Neues und eine tolle Gelegenheit, unsere Arbeiten in Köln zu zeigen und uns damit auf den europäischen Markt vorzuwagen. Das Feedback aus Europa wird uns dabei helfen, die feinen Unterschiede in den Befindlichkeiten im Design zu verstehen, die zwischen den Kontinenten existieren. Und letztlich wird es uns dabei helfen, unser Produkt so zu gestalten, dass es ein globales Publikum erreicht.

Anna-Maria Nilsson

Portrait Anna-Maria Nilsson

Anna-Maria Nilsson ist eine fünfundzwanzigjährige Studentin, die im dritten Semester an der School of Industrial Design der schwedischen Universität Lund studiert. Sie genießt es, Design zu schaffen, das die Eigenschaften des Materials effizient nutzt und achtet. Sie strebt danach, einfaches aber aussagekräftiges Design zu kreieren.

Wire | Bandwurm für Wandbilder

Das Zeitschriftenregal Wire wurde innerhalb eines Studienprojekts des zweiten Semesters an der School of Industrial Design im schwedischen Lund entwickelt. Die Aufgabe bestand darin, durch effizienten Materialeinsatz eine Aufbewahrungsform zu finden, die zum einen an einer Wand hängen kann und zum anderen das aufbewahrte Objekt in den Mittelpunkt stellt. Das daraus abgeleitete konkrete Ziel war es, einen Weg zu finden, Zeitschriften im Alltag besser sichtbar zu machen und dabei möglichst auch einen freien Blick auf seine Lieblings-Doppelseiten zu behalten. Das Ergebnis war ein Regal aus Stahldraht in verschiedenen Abmessungen, der von Hand gebogen und geschweißt wurde.

Produkt Anna Maria Nilsson

Q&As

Welche „Gebrauchsanweisung“ würdest du deinem Produkt mitgeben?

Hängen Sie es an die Wand und zeigen Sie Ihre Lieblingszeitschriften und Ihre Lieblings-Doppelseiten.

In welchem Kontext siehst du euer Produkt?

Ein Moodboard für den Alltag in einer Wohnsituation oder auch für die Räumlichkeiten eines Unternehmens.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Mein Ausgangspunkt war sowohl das Material als auch die Funktion.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es eine Aufgabe?

Wire wurde innerhalb eines Studienprojekts des zweiten Semesters an der School of Industrial Design im schwedischen Lund entwickelt. Die Aufgabe bestand darin, durch effizienten Materialeinsatz eine Aufbewahrungsform zu finden, die zum einen an einer Wand hängen kann und zum anderen das aufbewahrte Objekt in den Mittelpunkt stellt. Ich habe mich dann für Zeitschriften entschieden, weil ich gerne einen Weg finden wollte, sie auf inspirierende Weise aufzubewahren.

Welche Trends siehst du aktuell im Design und im Interior Design?

Eine bewusste Raumgestaltung mit minimalistischen Formen und ein Fokus auf Material und Farbe.

Was reizt dich am Pure Talents Contest?

Ich sehe den Wettbewerb als hervorragende Gelegenheit, meinen Entwurf zu zeigen.

Mor Dagan

Portrait Mor Dagan

Mor Dagan lebt und arbeitet in Tel Aviv. Nach ihrem ersten Studium der Psychologie studierte sie Industriedesign. Es ist die besondere Verbindung zwischen Produkten und Menschen, die sie besonders fasziniert. Ihr Anliegen ist es, mit einem Design auf die menschliche Psyche zu wirken, das nach ihrer Überzeugung so einfach wie möglich sein muss, dabei aber gleichzeitig kreativ und herausfordernd.

Piggo | Schöner warten

Piggo ist eine Kollektion von modularen Sitzmöbeln, die für Wartezimmer in Kinderkliniken entwickelt wurde. Kinderkliniken sind ein Ort, an dem Eltern und Kinder zusammen warten. Diese Wartezeit ist für beide Seiten oft sehr komplex. Ihre Anspannung wird durch die Geräusche, die Unsicherheit und die fremden Menschen um sie herum noch verstärkt. Piggo wurde entwickelt, um eine andere Art der Interaktion zwischen Eltern und Kindern zu entwickeln. Das Set schafft einen geschützten, intimen Raum und bietet eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten in Wartebereichen.

Produkt Mor Dagan

Q&As

In welchem Einsatzbereich siehst du dein Produkt?

Es handelt sich bei meinem Produkt um modulare Sitzmöbel zur Bestuhlung von Wartezimmern in Kinderkliniken.

Wovon bist du bei der Entwicklung ausgegangen: mehr vom Material, von der Form oder eher der Funktion?

Von der Funktion.

Welche Geschichte hat dein Produkt – gab es einen Anlass?

Die Idee entstand aus den Erfahrungen, die ich gemeinsam mit meinem 6-jährigen Neffen gemacht habe, der seit 3 Jahren chronische Ohrenprobleme hat. Als ich ihn zu seinen Ärzten begleitete, konnte ich mir gleich in mehreren Kinderkliniken selbst ein Bild davon machen, wie es sich anfühlt, dort auf Untersuchungen oder Ergebnisse warten zu müssen. Ich hatte das ganz starke Gefühl, dass solche Warteräume anders gestaltet sein könnten, um Kindern und ihren Eltern dort einen besseren Aufenthalt zu bieten.