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#immcologne

Heat von Northern: Eine Leuchte als soziales Projekt

06.11.2018

Die Leuchte Heat von Northern

Foto: Northern

Als eine glühende Feuerwolke bezeichnet die schwedische Designerin Johanna Forsberg ihre Hängeleuchte Heat, die von der noch jungen norwegischen Manufaktur Northern hergestellt wird. Doch Heat ist mehr als eine norwegisch-schwedische Koproduktion, sie ist auch soziales Projekt. Denn Heat entsteht in Zusammenarbeit mit einer Entwicklungsagentur, die Asylbewerbern und Migranten durch die Produktion der Leuchte eine Chance auf Ausbildung und Arbeit gibt.

Ein unbelebtes Material durch die Hände eines Künstlers zum Leben zu erwecken – das war der Grundgedanke, den Johanna Forsberg bei der Entwicklung von Heat hatte. Jener Hängeleuchte, deren Messinggeflecht bei jedem einzelnen Stück von Hand geformt wird. Diese Hände sind nun die Hände von Asylsuchenden und Migranten. Das Projekt hat das Ziel, Kreativität und künstlerische Fähigkeiten von gesellschaftlich Benachteiligten zu fördern.

Die Leuchte Heat von Northern hergestellt von Ling

Foto: Håkan Nordström, Northern

Den Anstoß für dieses Projekt gab Zing, eine junge Frau aus Burma, die vor einiger Zeit bei Forsberg ein Praktikum absolviert hatte. „Sie hatte viel Potenzial, aber leider konnte ich ihr zu dem Zeitpunkt keinen Job anbieten“, erinnert sich Forsberg in einem Interview mit Lampenwelt.de. Und so beschloss die Designerin, ihr einen Job zu geben, sobald sich die Gelegenheit dazu bieten würde. Diese Gelegenheit kam dann in der Zusammenarbeit mit Northern. Gemeinsam mit einer Agentur für soziale Entwicklung wurde in Örnsköldsvik, Forsbergs Wohnort an der hohen Küste Schwedens, eine Produktion aufgebaut, und die Designerin selbst konnte die neuen Mitarbeiter schulen.

Mittlerweile leitet Zing die Produktion und Forsberg hofft, dass sie ihren Ausbildungsjob bald an die Burmesin abgeben kann. Der Erfolg des Projekts weckt sogar bereits Überlegungen, die Produktion auszuweiten und Kontakte mit der Industrie vor Ort zu knüpfen, um gemeinsam mehr kreative Aufgaben zu generieren. Dadurch könnte weiteren Einwanderern Arbeit angeboten werden. Eine durchaus kreative Art, zur Problemlösung von Migranten beizutragen.

Die Leuchte Heat von Northern hergestellt von Ling

Foto: Håkan Nordström, Northern

Dinge zu schaffen und Lösungen kreativ umzusetzen, damit beschäftigt sich Johanna Forsberg nach eigener Aussage bereits ihr ganzes Leben. Eigentlich wollte sie gar nicht Designerin werden, aber sie wollte eine Lampe entwickeln, die ihrer Meinung nach auf dem Markt fehlte. Während ihrer langjährigen Arbeit mit Stahlgitter kam sie irgendwann auf die Idee, dass dieses Material perfekt als Beleuchtung funktionieren würde. „Das Licht selbst würde jedes kleine Detail in der Arbeit beleben und einen interessanten Kontrast schaffen“, erklärt sie. Bei der Suche nach dem geeigneten Metall, mit dem man eine „Feuerwolke“ formen könnte, stieß sie auf Messinggitter. „Ich formte das Netz zu etwas, das wie eine Wolke aussah, und dann steckte ich eine Glühbirne hinein. Als ich den Schalter einschaltete, wurde die Wolke auf fantastische Weise lebendig“. Das Licht lässt das Geflecht leuchten, jede Unebenheit wird in der Leuchte selbst reflektiert. An der Wand erzeugt es ineinander übergehende Schatten. So wirkt Heat in eingeschaltetem Zustand feurig, ausgeschaltet jedoch wie eine ruhig schwebende Wolke. In jedem Fall aber immer dynamisch.

Sie finden Northern auf der imm cologne 2019 in Halle 3.2 | Stand F009