17.–23.01.2022 #immcologne

DE Icon Pfeil Icon Pfeil
DE Element 13300 Element 12300 EN
DE Icon Pfeil Icon Pfeil
DE Element 13300 Element 12300 EN
Suche Kontakt Tickets
Tickets
Revolution der Möbelbranche

Augmented Reality: virtuell die Wohnung einrichten

Der Online-Handel boomt, auch in der Möbelbranche. Um den Kunden ein immer besseres Shoppingerlebnis zu bieten, setzen Möbelhändler auf technische Innovation. Der neueste Trend: Augmented Reality, kurz AR. Eine Anwendung, die Sofa, Schrank und Co. Bereits vor der Bestellung in den eigenen vier Wänden erlebbar macht. Obwohl der Trend noch am Anfang steht, hat er die Branche schon jetzt revolutioniert.

Augmented Reality verändert die Möbelbranche

Augmented Reality verändert die Möbelbranche (Quelle: Inter IKEA Systems B.V. 2017)

Wie die Möbelbranche den Trend für sich nutzen kann

Oft fällt es Kunden schwer, sich vorzustellen, wie das Sofa in den eigenen vier Wänden aussieht oder ob der neue Schrank wirklich zur Einrichtung passt. Stundenlanges stöbern in Online-Shops, mehrfache Besuche im Möbelhaus und aufwändiges Ausmessen der eigenen Wohnung gehören für viele Kunden zum Möbelkauf dazu – das kostet Zeit und Nerven. Hinzu kommt, dass die Hürde, ein Sofa zu bestellen, deutlich größer ist als bei kleineren Anschaffungen, wie einer Vase oder Lampe. Nicht selten zieht sich die Kaufentscheidung so über mehrere Wochen. Ein Prozess, den Möbelhändler bisher nur schwer begleiten konnten. Augmented Reality schafft genau das. Die Anwendung holt den Kunden am Punkt des Zweifelns ab und unterstützt ihn spielerisch in seiner Kaufentscheidung.

So einfach funktioniert‘s

Ein großer Vorteil ist die einfache Nutzung von Augmented Reality. Denn so komplex die Software hinter der Anwendung ist, so simpel gestaltet sich die Handhabung für den Kunden. Benötigt wird lediglich ein Smartphone oder Tablet und schon können die neuen Möbel im eigenen Zuhause betrachtet werden.

1. AR-App auf das Smartphone oder Tablet laden

2. Mit der Kamera den Raum scannen

3. Gewünschtes Möbelstück aus dem Produktkatalog wählen

Um das Objekt maßstabsgetreu abzubilden, orientiert sich die Kamera an Boden und Wänden. Sobald das Möbelstück auf dem Bildschirm erscheint, kann der Kunde es ganz einfach an der gewünschten Stelle platzieren und vergrößern, verkleinern oder verschieben. Spielerisch erlebt der Kunde so seine neuen Möbel bereits vor dem Kauf und bekommt ein Raumgefühl vermittelt, welches bisher beim Online-Shopping fehlte.

Augmented Reality eröffnet Möbelhändlern neue Wege der Kundenberatung

Augmented Reality eröffnet Möbelhändlern neue Wege der Kundenberatung (Quelle: Pexels)

Kundenbindung leicht gemacht

Verbraucher sind es mittlerweile gewohnt, dass Online-Shopping ein auf sie zugeschnittenes Erlebnis ist. Empfehlungsmechanischen wie „Das könnte dir auch gefallen“ oder „Was dazu passen könnte“ sind gängige Praxen und vermitteln Verbrauchern das Gefühl, dass eine Marke ihren Geschmack genau kennt. Augmented Reality geht noch einen Schritt weiter und empfiehlt nicht nur passende Produkte, sondern holt die Möbelstücke virtuell ins eigene Zuhause. Von dieser spielerischen Art, Möbel zu erleben, können Händler und Hersteller besonders profitieren. Denn wer ausprobiert, ob die neue Couch ins Wohnzimmer passt, setzt sich deutlich länger mit einem Produkt und der Marke auseinander als in einem klassischen Online-Shop. Auch Retouren lassen sich durch AR-Apps deutlich verringern. Schließlich hat der Interessent das Möbelstück vorher ausgiebig „getestet“ und erlebt bei der Lieferung keine bösen Überraschungen.

Verkaufsfläche virtuell erweitern

Viele Möbelhäuser verfügen nur über begrenzten Verkaufsraum und haben nicht die Möglichkeit, ihr gesamtes Sortiment auszustellen. Der Kunde möchte den Sessel lieber in Beige, aber in der Ausstellung steht er nur in Schwarz? Mit Augmented Reality ist das kein Problem mehr. Möbelhändler können der Kundschaft mithilfe der Anwendung ganz einfach alle Produkt-Konfigurationen zeigen – trotz begrenztem Ausstellungsraum wird so alle Einrichtungsgegenstände erlebbar.

Was AR noch nicht kann

Passt das neue Sofa in mein Wohnzimmer? Ist der Schrank zu groß für mein Schlafzimmer? Und möchte ich den Sessel lieber in Grün oder Gelb? Fragen, die sich der Nutzer durch Augmented Reality mithilfe weniger Klicks beantworten kann. Die Anwendung schafft die Verbindung zwischen Möbelhaus und den eigenen vier Wänden, kann aber (noch) nicht alles erfüllen.

Eines kann AR jedoch nicht: Möbelstücke physisch erlebbar machen. Probeliegen auf dem neuen Bett oder Probesitzen auf der neuen Couch funktionieren virtuell nicht. Der Kunde bekommt zwar einen Eindruck, wie das Möbelstück aussieht, aber nicht wie es sich anfühlt. Auch die Beratung durch geschultes Fachpersonal kann die App nicht übernehmen. Gerade bei größeren Anschaffungen ist es oftmals ratsam, dass der Kunde mit jemandem vom Fach spricht – sei es vor Ort oder per Videoberatung. Augmented Reality ist so bisher vor allem ein innovatives Hilfsmittel, welches eine Verbindung zwischen Online- und Offline-Handel schafft.

Augmented Reality als neuer Vertriebsweg: IKEA und Co. zeigen, wie es geht

Einige Möbelhändler haben den Augmented-Reality-Trend früh für sich entdeckt und damit einen Weg gefunden, dem Kunden ein neues Einkaufserlebnis zu bieten.

Ikea-Place

Ikea Place

Der schwedische Möbelriese gehört zu den Ersten in der Branche, der Augmented Reality für sich entdeckt und genutzt hat. Seit geraumer Zeit experimentiert das Unternehmen mit entsprechenden Technologien. Bereits 2017 konnten Kunden mit der IKEA Place App erleben, wie Billy-Regal und Co. im eigenen Zuhause aussehen. Neben dem klassischen Produktkatalog hat das schwedische Möbelhaus in seiner App ein Feature integriert, welches bereits vorhandene IKEA Möbel im Raum erkennt und dem Nutzer ähnliche oder dazu passende Einrichtungsgegenstände vorschlägt. (Bildquelle: IKEA)

Villeroy & Boch

Villeroy & Boch

Es gibt wohl kaum eine Investitionsentscheidung, bei der Kunden soviel Unterstützung benötigen wie beim Badezimmer. In der Sanitärbranche gehört 3D-Planung deshalb seit Jahren schon fast zum Standard. Um den Kunden beim Kaufprozess noch mehr zu unterstützen, setzt auch Villeroy & Boch auf Augmented Reality. Ob Waschbecken, Toilette oder Badewanne – fast das gesamte Sortiment des Badezimmer-Riesen lässt sich mit der App schnell und einfach ins eigene Bad projizieren. Bereits im integrierten Katalog werden alle Produkte in 3D-Ansicht angezeigt. (Bildquelle: Villeroy & Boch)

yourhome

yourhome

Der Shop, in dem sich alles um das Thema „Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden“ dreht, gehört zu Deutschlands Marktführer im Online-Möbelhandel OTTO. Seit 2018 können Kunden aus rund 1400 Produkten des Versandriesenwählen und diese in die eigenen vier Wände holen. Um die Anwendung für den Nutzer besonders attraktiv zu gestalten, entwickelt yourhome immer wieder neue Funktionen. So kann der Kunde das gewünschte Möbelstück direkt über die AR-Anwendung bestellen und muss nicht zwischen Online-Shop und App wechseln. Zukünftig sollen noch weitere Features wie spezielle Möbelfunktionen folgen – zum Beispiel das Aufklappen eines Sofas. (Bildquelle: OTTO)

Augmented Reality: Ein Trend mit Zukunft

Augmented Realtiy zeigt deutlich, in welche Richtung sich die Möbelbranche in Zeiten der Digitalisierung entwickeln kann. Dass die Verbindung der realen Welt mit virtuellen Objekten nicht nur in der Spielebranche funktioniert, haben einige Hersteller und Händler bereits bewiesen. Auch wenn Augmented Reality in der Möbelbranche noch am Anfang steht, lohnt es sich, die Anwendung im Auge zu behalten. Denn wer die Kunden von seinen Produkten begeistern will, muss immer wieder neue Wege gehen und mehr bieten als den klassischen stationären Handel.

Das könnte Sie auch interessieren: