19.–23.01.2022 #immcologne

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Das Modell der Zukunft?

Möbel mieten statt kaufen

Wir mieten Wohnraum, Autos, Werkzeug und nun auch Möbel. Die Sharing Economy wächst beständig weiter und mit ihr die Nachfrage nach Mietmöbeln. Die kommt vor allem von jungen Menschen, die unabhängig bleiben, gleichzeitig aber nicht auf eine stylische Einrichtung verzichten möchten. Wie genau funktioniert die Möbelmiete? Was macht sie so attraktiv? Und welche Anbieter haben den Trend bereits erkannt?

Möbel mieten als Konzept der Sharing Economy

Das Angebot „Mietmöbel“ scheint aktuell vor allem junge, flexible Interessenten anzusprechen. Foto: La Miko auf Pexels

Sharing Economy: Sofa und Tisch im Abo

Wer minimalistisch lebt, möchte nur wenig besitzen. Die Möbelmiete ist da nur folgerichtig, schließlich mieten wir auch Autos oder Technik. Die Anschaffung von Möbeln kann teuer sein und bindet. Und wer weiß schon, was morgen im Trend liegt und wohin es geht. Für den Moment reichen Mietmöbel, die bequem online bestellt werden können.

Die meisten Angebote funktionieren nach demselben Prinzip: Sofa, Tisch oder Matratze werden für ein oder zwei Jahre gemietet, nach Ende der Mietdauer kann der Kunde entscheiden, ob er den Vertrag verlängert, das Möbelstück zurückgibt oder es kauft. Für die Mietdauer fällt jeden Monat ein Betrag an. Je länger die Miete, desto niedriger die monatliche Gebühr. Mobiliar im Abonnement – Lieferung, Aufbau, Abholung und Pflege inklusive.

Millennials mieten lieber

Die Möbelmiete richtet sich damit vor allem an sogenannte Millennials – also der zwischen 1981 und 1996 Geborenen. Im Vergleich zu älteren Generationen ist ihr Leben stärker von Flexibilität geprägt, was Job oder Wohnung betrifft. Wenn ein besseres Angebot winkt, packen sie die Koffer. Hinzu kommen zunehmend befristete Arbeitsverträge und Kurzzeitmieten, die es schwierig machen, sich auf lange Zeit einzurichten.

Der knappe Wohnraum in Städten trägt zusätzlich dazu bei, dass junge Menschen kaum noch Möbel kaufen – sie haben einfach nicht genug Platz. Laut einer Studie aus den USA geben sie ihr Geld lieber für Technik, Kleidung oder Erlebnisse wie Restaurantbesuche aus, nur 4,5 Prozent investieren in Mobiliar. Nachhaltigkeit, Flexibilität und Trendbewusstsein sind ihnen wichtig. Perfekte Voraussetzung für Möbel auf Zeit.

Herausforderungen der Möbelbranche

Ein Leben ohne digitale Medien ist für Millennials kaum vorstellbar. Das bekommt auch die Möbelbranche zu spüren. Vor allem junge Menschen kaufen Möbel lieber online. Es scheint nicht mehr wichtig, das Möbelstück im Geschäft zu sehen – zur Not schickt der Kunde es eben zurück. Der Servicegedanke rückt mehr in den Fokus: kurze Lieferzeiten, Kulanz bei Nichtgefallen, immer neue Trends und limitierte Angebote sind gefragt.

Hinzu kommt, dass der Aspekt Markentreue abnimmt: Besonders junge Menschen legen mehr Wert auf Individualität, sie wählen das für sie beste Produkt und entscheiden weniger nach der Marke. Dieser Trend stellt Unternehmen vor eine große Herausforderung: Wie den Kunden binden, wenn er schwer greifbar ist?

Millennials mieten Möbel von Startups

Die junge Generation legt Wert auf Flexibilität und bestellt Möbel lieber online. Foto: Ketut Subiyanto auf Pexels

Mietmöbel: erste Versuche von Ikea & Co.

Otto vermietet schon seit einigen Jahren Elektrogeräte unter der Marke Otto Now. Das Angebot ist breit gefächert: E-Scooter, Kaffeemaschinen, Heimtrainer, smarte Saugroboter. Eine Zeit lang wurden auch Tische, Kommoden und mehr zur Miete angeboten. Aktuell sind die Mietmöbel jedoch nicht mehr verfügbar (Stand: September 2020).

Das schwedische Einrichtungshaus IKEA startete in 2019 mehrere Testphasen mit Mietmöbeln. So wurden unter anderem in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz verschiedene Möbelstücke und Kombinationen bereitgestellt. Die Vermietung soll fester Bestandteil der Firmenstrategie werden, noch steckt das Projekt in der Planungsphase.

Mietmöbel sorgen für Flexibilität bei der Einrichtung

Mietmöbel sorgen für Flexibilität, wenn sich die Anforderungen an die Einrichtung verändern. Foto: cottonbro auf Pexels

Möbelmiete als neue Geschäftsidee

Die Idee vom Möbel mieten hat auch Startups auf den Plan gerufen. Mit Lyght Living haben zwei junge Frauen aus Berlin die Vermietung von Designermöbeln ins Leben gerufen. Mittlerweile wurde das Startup von Furniture Leasing aufgekauft und nennt sich seither Lyght Living Furniture Leasing.

Nicht ganz so erfolgreich lief es für Roomovo und Readymade. Beide Startups gingen 2018 an den Markt, stellten das Geschäft nach relativ kurzer Zeit aber wieder ein.

Ist der Trend vom Möbel-Sharing also nur heiße Luft? Trotz der wachsenden Bereitschaft, lieber zu mieten statt zu kaufen, scheint der Markt für Mietmöbel in Deutschland noch nicht lukrativ. Wer einen Blick auf andere Länder wirft, kann jedoch erahnen, wohin es gehen wird.

Ein Blick über die Ländergrenzen

In den USA ist Mobilität schon lange Thema. Die Menschen ziehen dorthin, wo es Arbeit gibt. Dass Firmen wie CasaOne, Feather oder Fernish erfolgreich Möbel vermieten, überrascht deshalb nicht. Junge Menschen in Deutschland sind ähnlich mobil, stellen alte Strukturen in Frage und legen Wert auf Flexibilität, Individualität und Nachhaltigkeit. Sie sind die Kunden von morgen und Möbel mieten könnte für sie zur Normalität werden.

Auch die Corona-Pandemie sorgt für Veränderung: Weltweit sind zahlreiche Menschen ins Homeoffice ausgewichen, viele möchten das beibehalten. In Japan hat die Lifestyle-Kette MUJI unlängst darauf reagiert: Mit der neuen Marke IDÉE vermietet MUJI seit Juni 2020 Büromöbel für zuhause. Ein neues Konzept, dass auch hier an Fahrt gewinnen könnte.

Lesen Sie mehr zu den aktuellen Trends, die die Möbel- und Einrichtungsbranche bewegen, in unserem Beitrag „ Wie wohnen wir in der Zukunft? “.

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