Köln: 17.–23.01.2022 #immcologne

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Viel hilft viel

Maximalismus und die Schönheit des Chaos

Es darf wieder bunter zugehen: Bei den Interior-Trends wird der Maximalismus immer beliebter. Als Gegenbewegung zum cleanen Minimalismus bestimmt das organisierte Chaos den Stil der Wohnung, spielt mit bunten Mustern, vielfältigen Formen und der kreativen Kombination von Gegensätzen. Wer die Prinzipien dieses Trends versteht, findet eine überraschend ästhetische Balance zwischen visueller Überforderung und atmosphärischer Gemütlichkeit.

Maximalismus von Spacejoy auf Unsplash

Maximalistisches Wohnzimmer von Spacejoy auf Unsplash (Foto: Spacejoy)

Der Ursprung des Maximalismus

Von der cleanen Instagram-Ästhetik über skandinavische Zurückhaltung bis zum Aufräumtrend um Marie Kondo hat der Hang zum Minimalismus die vergangenen Jahre geprägt. Im Dschungel des Warenangebots war die Reduzierung aufs Wesentliche für viele eine sinnvolle Übung in Wertschätzung und Achtsamkeit.

Doch kein Trend ohne Gegentrend: Spätestens in der Pandemie wurde klar, dass das Zuhause uns mit vielen liebgewonnenen Dingen empfangen und beglücken darf. An diesem Ort des Wohlfühlens herrscht kein strenges Reglement, sondern bunte Vielfalt durch Objekte mit persönlicher Geschichte. So ist in den vergangenen Monaten der Hashtag #cluttercore auf den sozialen Netzwerken regelrecht explodiert – ganz ähnlich wie die Farben und Muster in den Wohnzimmern seiner Fans.

So gelingt das organisierte Chaos im Interior Design

Die kreative Unordnung kann beim Maximalismus eine überraschend angenehme Ästhetik entfalten. Damit das gelingt und es nicht wie ein großes Durcheinander wirkt, können folgende Tipps und Grundprinzipien des Einrichtungstrends helfen:

  • Jedes Objekt soll glücklich machen: Wer sich mit liebgewonnen Wohnobjekten umgibt, erhöht sofort den persönlichen Wohlfühlfaktor.
  • Viel hilft viel: Kahle Wände wirken oft steril – Bilder, Farben und Muster bringen hingegen Lebendigkeit in den Raum.
  • Jedes Objekt seinen Platz: Ein bisschen Ordnung im Chaos sorgt für eine gesunde Balance, die bewusste Kombination von scheinbar unpassenden Objekten für eine gelungene Ästhetik.
  • Mut wird belohnt: Knallige Farben, bunte Muster und eklektische Kontraste verleihen einem Raum individuelle Spannung.
  • Zeit lassen: Die Einrichtung eines Zuhauses ist ein lebenslanger Prozess, in dem sich persönliche Erfahrungen, Vorlieben und Veränderungen widerspiegeln und eine eigene Geschichte erzählen.

Farben und Muster an Wänden und Böden

Blanke Fußböden und weiße Tapeten waren gestern. Heute bilden sie die Leinwand für kunstvolle Farben, Dekore und Arrangements. Ein bisschen Boho hier, etwas Glamour dort und schon wirkt ein Raum wohnlicher. Das Comeback des Teppichs zeigt sich sowohl in modernen, floralen Motiven wie beim Floreo-Teppich von AYTM als auch in reich verzierten persischen Kelims, deren klassisches Rot eine zeitlose Wärme in den Raum bringt.

Bei den Wänden übersteigt die Auswahl an außergewöhnlichen Tapeten so manche Vorstellungskraft. Von abstrakten Mustern der OPUS-Tapete von LondonArt bis zu kunstvollen Kranich-Motiven von Arte findet sich für jeden Geschmack etwas und eignet sich nicht nur als Akzent, sondern darf gerne im gesamten Raum für Stimmung sorgen. Dekorative Spiegelwände können besonders in kleinen Räumen eine gute Idee sein – zum Beispiel mit diesen runden Circum Spiegeln von AYTM. Und natürlich sind Wandbilder fester Bestandteil des Maximalismus: In der sogenannten Petersburger Hängung lassen sich verschiedene Größen ideal zu einem in der Masse dennoch harmonischen Gesamtkunstwerk vereinen. Hier kann der Mut zum Stilbruch interessante Ästhetiken hervorbringen, die den Raum bereichern.

Maximalistische Möbel

Interior Design bietet viele Optionen, um die eigene Kreativität auszuleben. Das gilt für das private Zuhause und die professionelle Einrichtungsbranche gleichermaßen. Möbeldesigner sind immer auch ein bisschen Künstler. Viele liefern abseits der Massenware eklektische Entwürfe und ungewöhnliche Ideen. Statt sich auf ausgetretenen Einrichtungspfaden zu bewegen, darf man sich im Maximalismus ausleben. Hier folgt die Form nicht der Funktion, sondern dem Gefühl.

Ein organisch geformtes Sofas mit Samtbezug zum Couchtisch in Leoparden-Form ? Warum nicht! Junge Brands wie Bold Monkey zeigen, wie viel Spaß kreatives Interior Design machen kann, während mutige Einrichtungshäuser auf extrovertierte Präsentationen und Bezüge setzen, die sich bewusst gegen den zeitlos skandinavischen Einheitslook stellen. Zuhause lassen sich diese Modelle dann mit persönlichen Lieblingsmöbeln, Flohmarktschätzen und Vintage-Objekten kombinieren.

Maximalistischer „Floreo Rug” von AYTM
Maximalistische Tapete „OPUS” von LondonArt Grafika S.R.L.
„I am not a Croissant Sofa” von Bold Monkey
 „Circum Spiegel” von AYTM

Mit dem „Floreo Rug” von AYTM kommt das Comeback moderner, floraler Motive. (Foto: AYTM)

Die „OPUS” Tapete von LondonArt Grafika S.R.L. gibt die Stimmung im ganzen Raum vor. (Foto: LondonArt Grafika S.R.L.)

Das „I am not a Croissant Sofa” von Bold Monkey zeigt, wie viel Spaß Interior Design machen kann. (Foto: Bold Monkey)

Die kleinen „Circum Spiegel” von AYTM sind vor allem in kleinen maximalistisch-dekorierten Räumen eine kluge Ergänzung für eine bunte Bilderwand. (Foto: AYTM)

Dekoration im Rampenlicht

Accessoires sind im Maximalismus-Trend keine Option, sondern Pflicht. Die Deko darf bunt und laut sein, sich in den Regalen und Sideboards tummeln, mit bekannten Regeln brechen und Stilgrenzen überschreiten. Beim #cluttercore ist das #mismatch gewollt, solange es positive Gefühle auslöst. Wir umgeben uns schließlich gerne mit Dingen, die wir lieben, und sollten das mutig ausleben dürfen. Zu neuen Objekten der Lieblingsdesigner gesellen sich antike Familienerbstücke oder kitschige Urlaubsandenken. Pflanzenfans erweitern den Einrichtungsdschungel um ausladendes Grün für die naturnahe Wohlfühloase. Extravagante Leuchten vom maßgeschneiderten Kronleuchter Sea Flowers von Baranska Design bis zur bunten Tischleuchte Flakes von favius sorgen für die Kirsche auf dem bunten Eisbecher des neuen Maximalismus.

Mit Mut zum maximalen Einrichtungsglück

Während andere Einrichtungsstile oft einen bestimmten Look zelebrieren, besticht der Maximalismus durch beinahe ungezügelte Freiheit. Hier haben Individualität und Kreativität noch eine echte Chance. Das kann ein bisschen Mut kosten, gleichzeitig aber den Druck nach dem perfekten Zuhause in der strengen Instagram-Ästhetik nehmen. Was das organisierte Chaos dann zusammenhält, ist die persönliche Geschichte. Dieses Storytelling wird für die Möbelbranche immer wichtiger. Herkunft, Image oder Entstehungsgeschichte eines Objekts sind mittlerweile wichtige Kaufkriterien für junge Generationen. Um nicht austauschbar zu sein, müssen die Hersteller ihre Geschichte erzählen – und auch dazu gehört Mut.

In der Branche sind die italienischen Designer schon immer bekannt für eine gewisse Portion Extravaganz. Auf der Suche nach ungewöhnlichen und mutigen Inspirationen bieten sich die neuesten Entwürfe aus Bella Italia regelrecht an.