17.–23.01.2022 #immcologne

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Wohnen mit gutem Gewissen

Nachhaltige Möbel: Die Branche wird grüner

Ein Kleiderschrank, der keine zwei Umzüge übersteht. Ein Bett, bei dem unklar ist, wie das Holz behandelt wurde. Viele Verbraucher kennen das und wünschen sich nachhaltigere Möbel. Was das für die Branche bedeutet und welche Beispiele aus der Designwelt zeigen, dass umweltbewusste Einrichtung viele kreative Gesichter hat.

Vollständig recycelbares Bett von Auping

Der niederländische Hersteller Auping präsentiert mit “Essential” (Design: Köhler & Wilms) das erste vollständig recycelbare Bett der Welt. Foto: Auping

Geschäftsfeld mit viel Potenzial

Seit Jahren steigt die Nachfrage nach Möbeln mit verbesserter Ökobilanz. Neue Zahlen zeigen, dass wir es mit einem ungebremsten Trend zu tun haben: Gemäß einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) stellt für drei Viertel der Konsumenten Nachhaltigkeit beim Möbelkauf ein entscheidendes Kriterium dar. „Grüne“ Möbel sind für Hersteller und Möbelhäuser also längst nicht nur unter ideologischen, sondern auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten attraktiv geworden.

Was macht Möbel nachhaltig?

Ähnlich wie bei Lebensmitteln spielen bei Möbelstücken in puncto Nachhaltigkeit unterschiedliche Kriterien eine Rolle. Diese ergeben sich vor allem in Abgrenzung zur konventionellen – meist günstigen – Herstellung sowie dem preis- und trendorientierten Konsum.

  • Nachwachsende Rohstoffe: Holz steht hier nach wie vor an erster Stelle. Aber auch Bambus, Baumwolle und neue Materialien wie Algen stellen nachwachsende Ressourcen dar. Eine weitere Alternative: Möbel aus Recycling-Material wie PET-Flaschen oder alten Holzfässern.
  • Schadstofffreiheit: Ein Bett, das womöglich Schadstoffe ausdünstet, kommt für viele nicht mehr in Frage. Neben dem Hauptmaterial sollen Lacke, Lasuren und Co. gesundheitlich unbedenklich sein.
  • Langlebigkeit: Ein hochwertiges Möbelstück mit zeitlosem Design kann lange genutzt und vererbt werden. Upcycling erhöht die Lebensdauer ebenfalls.
  • Faire Produktion: Nachhaltigkeit bedeutet auch soziale Verantwortung. Entsprechend fallen gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne ins Gewicht, wenn es um den Möbelkauf mit gutem Gewissen geht.
  • Kurze Wege: Durch regionale Rohstoffe, Herstellung und Zulieferer verbessert sich die CO2-Bilanz eines Einrichtungsgegenstands maßgeblich.

Naturholzmöbel kommen übrigens nicht nur ohne Schadstoffe aus, sie wirken sich sogar positiv auf das Raumklima aus. Mehr dazu im Artikel „Nachhaltige Büromöbel“.

Nachhaltiger Korkhocker von Vitra

Vitra setzt bei der Kollektion “Cork Family” auf Kork als nachwachsenden Rohstoff. Foto: Vitra

Label sind gut, Transparenz ist besser

Für den Konsumenten lässt sich durch die Vielfalt der verschiedenen Kriterien oft nur schwer erkennen, wie “grün” ein Möbelstück ist. Erste Orientierung bieten verschiedene Labels, zum Beispiel diese drei:

  • FSC® steht für Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern.
  • Der Blaue Engel ist das vielleicht bekannteste Umweltzeichen und berücksichtigt den gesamten Lebensweg eines Produkts.
  • Das DGM-Siegel der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel basiert auf dem CO2-Fußabdruck eines Produkts und berücksichtigt sowohl direkte als auch indirekte Emissionen.

Die Devise für den Möbelhandel könnte allerdings lauten: „Ein Siegel macht noch keinen Käufer.” Denn eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Dr. Grieger & Cie. offenbarte, dass 80 Prozent der Befragten den Informationen zu nachhaltigen Möbeln nicht vertrauen. Womöglich ist diese Tatsache schlechten Erfahrungen aus anderen Branchen wie dem Bio-Eier-Skandal geschuldet, doch in jedem Fall liefert sie einen deutlichen Hinweis darauf, dass das Vertrauen der Konsumenten nur durch maximal transparente Nachhaltigkeitskriterien wiedererlangt werden kann.

Beispiel 1: FALK Stuhl von Houe

FALK Stuhl von Hue aus RecyclingFALK Stuhl von Hue aus Recycling-Material -Material

Foto: Houe, Design: Thomas Pederse

Der FALK Stuhl ist nicht nur äußerlich, sondern auch innen schön. Denn die Sitzschale wird zu 75 Prozent aus Haushalts-Kunststoff-Müll hergestellt. Der Sitzbezug ist wiederum zu 98 Prozent aus Post-Consumer-Recycling-Polyester produziert, und bei den Beinen kann zwischen FSC-zertifizierter massiver Eiche, pulverbeschichtetem Metall oder Aluminium gewählt werden. 

Beispiel 2: Modulsofa von Bolia

Nachhaltiges Recover Modulsofa von Bolia  

Foto: Bolia, Design: Glismand & Rüdiger

Ehrliche und nachhaltige Materialien bei seinen Produkten zu verwenden, ist das Leitmotiv des dänischen Herstellers Bolia. So kamen für das neue Recover Modulsofa nur recycelte und recyclingfähige Materialien wie Restschaumstoff von lokalen Herstellern zum Einsatz. Der Sofabezug ist abnehmbar, was die Lebensdauer des Sofas bedeutend verlängert, und unter der Schaumstofffüllung befindet sich ein Rahmen aus FSC-zertifiziertem Holz.