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Design-Geschichte zum Anfassen

13.12.2019

Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat kann die Museumswohnung der GAG in der Kölner Germania-Siedlung besucht werden. Foto: Costa Belibasakis

Die Germaniasiedlung in Köln-Höhenberg, zehn Autominuten von der Koelnmesse ist für sich alleine schon eine architektonische Besonderheit. Zwischen 1920 und 1928 auf dem ehemaligen Gelände der Zeche „Germania“ errichtet, waren zum Teil namhafte Architekten an der Planung beteiligt. Heraus kamen verschiedene Baustile der Weimarer Republik, die sich hier zu einem Gesamtwerk vereint haben, das schon damals als vorbildlich für den städtischen Wohnungsbau galt. Die Weimarer Straße beherbergt eine weitere Besonderheit: das Haus Nummer 15, das Paul-Schwellenbach-Haus. Hier wurde eine Museumswohnung eingerichtet, die das Wohngefühl der 1920er Jahre vermitteln soll.

Ein wenig altertümlich mutet die Bratenröhre in der Küche schon an, und auch der Gegenstand daneben, ein Kühlschrank aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Für die damalige Zeit ein echter Luxus. Denn gekühlt wurde damals nicht elektrisch, sondern mit einem Eisblock, der von oben in das Möbel gelegt wurde. Ein eindrucksvolles Buffet, ein Tisch und Stühle komplettieren die Einrichtung in der Küche. Ein breites, massives Bett dominiert das Schlafzimmer nebenan. Der zylinderförmige Heizofen und die frei stehende Wanne im Bad sind Originalnachbauten von Gegenständen aus der damaligen Zeit.

Historisch wertvoll

Bratenröhre, Kühlschrank, Buffet - die Museumswohnung ist für damalige Verhältnisse luxuriös ausgestattet. Foto: GAG

Ein breites, massives Bett dominiert das Schlafzimmer. Foto: GAG

Heute wieder absolut im Trend - die frei stehende Badewanne. Foto: Costa Belibasakis

Bereitgestellt hat die Einrichtungsgegenstände das Kölnische Stadtmuseum, mit dem die GAG, die größte Kölner Immobiliengesellschaft, bei der Einrichtung der Museumswohnung eng zusammengearbeitet hat. Gestaltet und aufgemöbelt wurde die Wohnung im alten Stil durch die GAG selbst – originalgetreu mit ochsenblutroten Dielenboden, schwarzen Steckdosen und Lichtschalter aus Bakelit. Zahlreiche alte Fotos an den Wänden vermitteln einen Eindruck, wie die Germaniasiedlung vor knapp 100 Jahren ausgesehen hat.

Die Museumswohnung soll Ausdruck einer historischen Verantwortung sein, der sich die GAG vollauf bewusst ist. Und so will die Museumswohnung nicht trockene Theorie verkörpern, sondern lebendiger Geschichtsunterricht zum Anfassen sein – vermittelt durch die Bewohnerinnen und Bewohner der Germaniasiedlung selbst. In Zusammenarbeit mit dem Seniorennetzwerk werden sie zu „Museumsführern“ ausgebildet und begleiten interessierte Besuchergruppen durch Museumswohnung und Veedel und reichern die historischen Fakten mit selbst erlebten Geschichten an.

Geöffnet ist die Museumswohnung jeden 1. Und 3. Sonntag im Monat 14:00 – 16:00 Uhr. Weitere Termine nach Vereinbarung.