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#immcologne

Gemütlichkeit trifft Minimalismus

15.11.2019

Top Trend imm cologne 2020: Cosy Minimalism

Warmes Holz, ein Teppich und ein gemütliches Sofa: Cosy Minimalism wird der Interior-Trend 2020. Foto: Woodnotes

Die Gemütlichkeit in unseren Wohnungen ist noch immer im Trend. Gleichwohl wird es langsam wieder etwas minimalistischer in unseren Wohnungen. Dazu ist es wichtig, Deko- und Gebrauchsgegenstände wegräumen zu können. Weil wir es zuhause trotzdem gemütlich haben wollen, ist dieser Minimalismus wärmer und nicht so rigide, wie Anhänger eines puristischen Bauhaus-Stils es sich vielleicht wünschen. Der Cosy Minimalism wird einer der Top-Trends des Einrichtungsjahres 2020.

Interior Moments – minimalistisches Styling für große Momente

Eine Stunde am Kaminofen, der wohlige Wärme gibt und tanzenden Feuerschein auf die Wand wirft, ein kuscheliges Plaid aus Naturwolle, das lässig über den Lieblingsplatz geworfen wird oder auch nur eine spontan neu arrangierte Reihe von Büchern – persönliche Interior Moments wie diese machen dieses Zuhause-Gefühl aus.

Dass Gemütlichkeit und ein schlichter Einrichtungsstil sich nicht widersprechen müssen, beweist seit eh und je skandinavisches Design und skandinavischer Lifestyle, in dem das in den letzten Jahren so gehypte Hygge-Prinzip der Winterdepression entgegengesetzt wird: In den dunklen Wintern muss die Wohnung höhlenartige Wohligkeit bieten, dabei aber für das naturnahe Rein-und-Raus im ganzen Jahr dennoch eine gewisse Wetterfestigkeit beweisen. Pragmatisch und funktional, gemütlich und stilvoll – dieses Gestaltungsideal hat sich auch im Rest der Welt als attraktiv erwiesen. Nun kommt noch eine gewisse Eleganz hinzu, und fertig ist der Cosy Minimalism.

Verbindung von Schlichtheit und Eleganz

Top Trend imm cologne 2020: Cosy Minimalism

Reduziert aber gemütlich: der ganz persönliche Interior Moment im Wohlführ-Zuhause. Foto: Müller Möbelwerkstätten

Eigentlich handelt es sich beim Minimalismus nicht um einen Stil, sondern um einen Gestaltungsgrundsatz, der in unterschiedlichen Stilen Verwendung finden kann. Im Gegensatz etwa zu puristischen Stilelementen ist der Minimalismus feiner, mit schmaler ausgearbeiteten Materialstärken und einem insgesamt weniger derben Duktus. Während im Purismus jedes funktionale Element nach außen gekehrt wird, versteckt der Minimalismus gerne mal die etwas weniger schönen Seiten eines Möbels. Wo sie nicht selbst Gestaltungselement sind, werden Griffe, Beschläge, Verbindungen oder Nähte häufig verdeckt. Minimalistisches Design findet zudem oft ungewöhnliche formale Lösungen für klassische Produkte, die sie in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Ästhetisches Ziel im Minimalismus ist es, durch eine Reduzierung der Mittel auf das Wesentliche, durch Beschränkung auf den Kern einer Sache ein funktionales und visuelles Ergebnis zu erzielen, das durch Eleganz, geringen Materialeinsatz und formale Konzentration charakterisiert ist. Das Motto „Weniger ist mehr“ geht von der auch im asiatischen Kulturkreis bekannten ästhetischen Regel aus, dass durch Weglassen häufig ein stärkerer Ausdruck erzielt wird, weil nichts Überflüssiges von der „Idee“ ablenkt. Das entsprechende Adjektiv „minimalistisch“ wird oft gleichbedeutend mit „klar“, „einfach“, „reduziert“ verwendet. Typisch für die minimalistische Gestaltung in Architektur und Design ist die Vermeidung jeglicher Überfrachtung, der Einsatz von Primärfarben (Rot, Gelb, Grün, Blau) bzw. geometrischer Primärformen (z.B. Kreis, Quadrat, Dreieck) und kleinen Dimensionierungen bei großflächiger Formensprache. Dabei dominieren glatte Oberflächen und ein sparsamer Einsatz von Kontrasten, um die Homogenität des Raumeindrucks zu betonen.

Auf der Suche nach der richtigen Mitte

Top Trend imm cologne 2020: Cosy Minimalism

Auch miminalistisches Interieur kann Gemütlichkeit erzeugen. Foto: Punt

Der neue Stil ist schlicht und arbeitet mit minimalistischen Formen, ohne kühl zu sein, und ist dekorativ, ohne sich im Detail zu verlieren. Diese ausgewogene moderne Mischung braucht den richtigen Rahmen: Ideal sind Möbel, die mit der Architektur eine Linie bilden und nicht so sehr als Volumen hervorspringen. Sie bringen optische Ruhe in eine Wohnung. Ihre Funktion ist es in erster Linie, nicht aufzufallen und alle Funktionen vorzuhalten, die benötigt werden – also Stauraum zu bieten oder Stellplatz zu sein, sei es für Musikanlage, Blumen, Laptop oder was man sonst so braucht. Dann kommen ausgesuchte Möbel und Objekte wie etwa ein besonders schöner Schrank, ein Bild, ein Sessel oder eine skulpturale Leuchte auch sehr gut zur Geltung. Es geht also um Reduzierung, ums Weglassen und um Ordnung – aber ohne das Praktische, das Alltägliche zu vernachlässigen. Oft verbergen sich hinter den klaren Linien und der Einfachheit des Designs bei genauer Betrachtung eine Vielzahl von Design-Details, die die Produkte der neuen Trend-Labels so besonders machen.

Minimalismus und Wohnlichkeit müssen kein Widerspruch sein

Dass Minimalismus und Wohnlichkeit sich überhaupt nicht widersprechen müssen, zeigen schon traditionelle Wohnstile etwa aus dem skandinavischen oder auch japanischen Kulturkreis. Es kommt auf die Kombination von klaren Linien mit den richtigen Farbtönen und wohnlichen Materialien an. Wer dabei mit Holz und warmen Farbentönen arbeitet – und es gibt auch warme Weiß- und Grautöne – und den Eindruck der Leichtigkeit nicht gleich mit Tonnen von „unnötiger“ Deko zunichtemacht, kann sich sehr wohl minimalistisch und gemütlich einrichten. Das Licht tut dann ein Übriges. Hier kann man heute wunderbar mit verdeckten, hinter Leisten oder in Decken integrierten Lichtquellen arbeiten. Eine in warmen Tönen gestrichene Wand, die indirekt mit dimmbaren Spots beleuchtet wird, schlägt mühelos jede konventionelle Leuchte in punkto Gemütlichkeit. Wer aber ein solches perfekt wohnlich gestaltetes Stück minimalistischen Interior Designs nicht mit seinem eigenen persönlichen Stil lebendig zu füllen weiß, wird niemals Gemütlichkeit erzeugen.