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#immcologne

Identität durch Farbe:
Die Farben Kölns

19.09.2019

Die Farben Köln

Die Farben Kölns sind nach Meinung von Kirsten Lampert und Christian Heuchel: ein durch Mischen von Kreide und Ruß entstandener Grauton, ein gelblich-weißes Kaolin, ein rötliches Schamott und ein grüner Erdton. Bild: K. Lampert

Farben sind sowohl im Interior-Design als auch in der Architektur ein sehr machtvolles Instrument und ein entscheidender Faktor bei der Bewertung der ästhetischen Stimmigkeit und Qualität eines Objektes oder Raumes. Ein gutes Farbdesign kreiert identifizierbare Objekte und Räume in fast allen Lebensbereichen. Das scheinen auch die Planer eines Neubauprojekts im Kölner Süden zu beherzigen, haben sie hierfür doch eigens ein Farbkonzept entwickelt. Denn oftmals besitzen Neubaugebiete keine wirkliche Identität und wirken wie ein Fremdkörper in der Stadt.

Aber mit welchen Farben würde man Köln beschreiben? Ginge es nach den Fans des 1.FC Köln oder nach Traditionalisten wären es natürlich die Farben Rot und Weiß. Die Künstlerin Kirsten Lampert und das Kölner Architekturbüro O&O Baukunst sehen die Sache etwas differenzierter und haben dafür in die reiche Vergangenheit der Stadt, bis in die Antike, zurückgeschaut. Von römischen Öllampen inspiriert, die in Köln bei etlichen Grabungen immer wieder zum Vorschein kommen, haben sie ein rötliches Schamott, ein gelblich-weißes Kaolin, einen grünen Erdton und Grautöne, die durch Ruß mit Kreide vermischt entstanden sind, als prägnante Farben Kölns ausgemacht. Diese vier Farben dienen als eine vorläufige Palette für das geplante Bauprojekt im Süden Kölns.

Großprojekt Parkstadt Süd

Kölner Parkstadt Süd
Kölner Parkstadt Süd

Die Parkstadt Süd soll für ihre Bewohner ein lebendiges und identitätsstiftendes Quartier werden. Bild: O&O Baukunst

Das Farbkonzept für das Projekt Parkstadt Süd. Bild: O&O Baukunst

Mit dem Neubau-Projekt Parkstadt Süd soll in den nächsten 15 Jahren ein ganzes Quartier auf dem Areal um den Großmarkt am südlichen Rand der Kölner Innenstadt entstehen, das 10.000 Menschen Wohnungen und Arbeitsplätze bietet. Dabei handelt es sich um das derzeit größte europäische städtebauliche Projekt in einer Innenstadt. Um hier lebendige und identitätsstiftende Wohnräume zu gestalten, hat sich ein Planungsteam aus Landschaftsarchitekten und Mobilitätsplanern rund um den Architekten und Städtebauer Christian Heuchel auf die Suche nach einer authentischen, in der Stadtgeschichte verankerten Farbpalette begeben, um so der zunehmenden Konformität des Städtebaus entgegenzuwirken.

Die Geschichte der Stadt miteinbeziehen

Mit der vorläufig festgelegten Palette ihres Farbkonzepts hoffen die Planer des Projekts Parkstadt Süd, eine Verbindung des Neubaugebiets über ihre Geschichte mit der Stadt Köln herzustellen und dadurch den Bewohnern und Nachbarn des geplanten Neubaugebiets den Wunsch nach der Wiedererkennbarkeit des eigenen Lebensumfelds zu erfüllen. Gleichzeitig soll den Bewohnern durch die Wahrung der Kontinuität in der Farbgestaltung der Neubauten auch eine Art Anker und Ruhepol im manchmal turbulenten Alltag geschenkt werden.

Der Architekt als Veedels-Baumeister

Architekt Christian Heuchel und Künstlerin Kirsten Lampert

Architekt Christian Heuchel und Künstlerin Kirsten Lampert beim Erstellen des Farbkonzepts für die Parkstadt Süd. Foto: Kirsten Lampert

Um die identitätsstiftende Wirkung des Neubauprojekts zu befördern und den Grundgedanken einer konzeptionellen Stadtplanung unter Einbezug der Bürger in den Schaffensprozess zu unterstützen, wurde extra ein „Veedels-Baumeister“ installiert. Unter der Schirmherrschaft von Christian Heuchel, der als kompetenter Ansprechpartner auf Augenhöhe für alle Belange agiert, soll das Neubau-Konzept durch unterschiedliche Maßnahmen für jedermann nachvollziehbar gemacht werden. Dazu gehören künstlerisch-informative Inszenierungen und Installationen zur neuen Stadt Köln, in denen Interessierte erfahren, wie das neue Quartier in den Stadtraum, in die Geschichte und die Topografie Kölns eingebunden werden soll. Flankiert werden diese Maßnahmen durch vier Publikationen, die als Kapitel eines Veedels-Handbuchs angelegt sind, und unterschiedliche Aspekte des neuen Quartiers erörtern: „Die Farben Kölns“, „Die Lichter Kölns“, „Die Textur Kölns“ und „Das Grün des Außenraumes“.

Weitere Informationen finden Sie hier (in Englisch): https://issuu.com/ortnerortnerbaukunst/docs/farbenkoelnszeitung-en