13.–19.01.2020 Für alle: 17.–19.01.2020

#immcologne

Liebe deinen Schlaf

27.11.2019

imm cologne 2020 | Home Sleep

Ein aufgeräumtes Ambiente und natürliche Materialen schaffen eine positive Schlafatmosphäre. Foto: Team7

Es gibt viele Dinge, auf die man verzichten könnte – doch das Bett gehört sicherlich nicht dazu. Denn rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Diese Zeit nutzt unser Körper zur Stärkung der Immunabwehr, zur Heilung und Regeneration der Zellen. Zudem verarbeiten wir unsere Erlebnisse, Wünsche und Hoffnungen, aber auch unsere Ängste im Schlaf. Wir verbringen also mehr Zeit im Schlafzimmer, als in jedem anderen Raum unserer Wohnung.

Wie du bist sollte entscheiden, worauf du schläfst

imm cologne 2020 | Home Sleep

Auf der imm cologne 2020 wird in der Themenwelt Home Sleep die ganze Welt des Schlafs abgebildet. Foto: Koelnmesse

Im Mittelpunkt des Schlafzimmers steht natürlich das Bett, und hier besonders die Matratze. Denn die Wahl der richtigen Matratze ist entscheidend für unseren erholsamen Schlaf. Ob wir uns für Federkern, Latex, Kaltschaum, Viskose oder eine Hybridform entscheiden sollten, hängt von diversen Faktoren ab. Dabei spielen unsere Gewohnheiten und Veranlagungen eine große Rolle: Schlafen wir lieber auf der Seite, dem Rücken oder dem Bauch? So sind etwa für Bauch- und Rückenschläfer Federkernmatratzen gut geeignet, während sich Seitenschläfer oft auf Kaltschaum- bzw. Viskomatratzen wohler fühlen, da diese in der Regel eine höhere Punktelastizität aufweisen. Ein weiterer Punkt ist das Temperaturempfinden: Federkerne bieten eine hohe Luftzirkulation und eignen sich daher besonders für Personen, die schnell schwitzen. Wer häufig friert, sollte sich eher für eine Kaltschaum- oder Viskomatratzen entscheiden. Die Latexmatratze ist hier recht ausgeglichen, spielt ihre Vorteile aber insbesondere bei Allergikern aus, da sie weniger anfällig für Milbenbefall ist als ihre Konkurrentinnen. Übergewichtige Personen sollten zu Federkern- oder Viskomatratzen greifen, wobei hier natürlich auch der Härtegrad von Bedeutung ist. Entscheidend ist letztlich aber der eigene Wohlfühlfaktor.

Andere Länder – andere Sitten

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Ob Japan, China oder USA - in vielen Kulturen ist es völlig normal in der Öffentlichkeit ein Nickerchen zu halten. Foto: Christels, Pixabay

Doch auch unsere Sozialisation hat Einfluss auf die Ausstattung unseres Betts: Während die deutschen Doppelbetten meist mit zwei Decken ausgestattet sind, ist es bei Briten, Franzosen oder Amerikanern üblich, sich im Doppelbett eine Decke zu teilen. Hier wird auch überwiegend die Kombination zweier dünner Decken genutzt, während in Deutschland zumeist dickere Steppdecken mit Füllung aus Federn, Daunen oder Kunstfasern zum Einsatz kommen. Auch in der Größe unterscheiden sich die Doppelbetten. Während hierzulande mit 180 oder 200 cm in der Breite den Schlafenden ausreichend Platz geboten wird, kommen die Franzosen mit 150 cm als Standardmaß aus. Zudem wird dort meist nur eine Matratze genutzt und auf die störende „Besucherritze“ verzichtet. Das Boxspringbett ist der Favorit in den Vereinigten Staaten. Doch auch wenn sich das Zwei-Matratzen-Bett in Europa immer stärker durchsetzt – besonders in Frankreich – bleiben insbesondere die Bettmaße in den USA noch unterschiedlich. Während bei dem Einzelbett das Maß der Dinge bei 99 x 190,5 cm bzw. 99 x 203 cm (als X-Long Twin) liegt, haben die Doppelbetten meist die Maße 152 x 203 cm (Queen) oder 193 x 203 cm (King).

In Japan gibt es traditionell kein separates Schlafzimmer. Als Schlafunterlage dient hier ein Futon, eine dicke Matte auf mehreren Baumwollschichten, die tagsüber in einen Schrank gehangen wird. Inder und Pakistani schlafen traditionell auf einem Charpai, einem vierfüßigen Holzgestell, das mit einer Liegefläche aus verwobenen Gurten aus Stoff oder Seilen versehen ist. Um den Komfort etwas zu erhöhen, werden häufig bunte Tücher über die Liegefläche gelegt. Durch sein geringes Gewicht kann der Charpai einfach transportiert und bewegt werden. In China wird meist zusammen geschlafen – und zwar auf einem Kang. Das Ofenbett ist auf einer Wärmeleitung der Feuerstelle untergebracht und hat eine konstante Temperatur von etwa 40°C. Üblicherweise erhält der älteste Mann im Haus gemeinsam mit seiner Frau den Platz in unmittelbarer Nähe zur Feuerstelle. Alle weiteren Mitglieder der Familie schließen sich entsprechend der Generationsfolge an.

Doch nicht nur in der Bettstatt unterscheiden sich die Kulturen: Während in großen Teilen Europas die Monoschlafphasenkultur vorherrscht und das Mittagsschläfchen während der Arbeit immer noch verpönt ist, haben die USA mit Power-Napping dem kurzen Schlaf bereits einen Namen gegeben. Einen Schritt weiter gehen die Japaner. Hier ist „Inemuri“ (zu Deutsch: „anwesend sein und schlafen“ – also das Schlafen in der Öffentlichkeit) absolut anerkannt – egal, ob im Bus auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause, bei einer Konferenz oder sogar im Schulunterricht. Allerdings müssen die Schüler ein kleines Handtuch in sorgfältiger Faltung auf die Schulbank legen, bevor sie ihr Haupt darauf betten. Auch in China wird oft in mehreren Einheiten (Polyschlafphasen) geschlafen – auch in öffentlichen Bereichen. Mit „Xiu-xi“ wird sogar das verfassungsmäßige Recht auf einen Mittagsschlaf bezeichnet.

Die Schlafwelt wird smart

imm cologne 2020 | Home Sleep

Die Welt wird immer smarter - auch im Schlafzimmer. Foto: Auping

Doch egal, ob acht Stunden am Stück oder in Intervallen: Schlafen wird smart. So will etwa der Hersteller Auping mit seiner Matratze Smart Base Schnarchern und deren Partnern helfen. Sobald jemand anfängt zu schnarchen, richtet sich das Rückenteil ein wenig auf oder die schnarchende Person wird über die Unterfederung sanft angestoßen und dadurch dazu bewegt, die Position zu wechseln. Eine App misst dabei den Dezibel-Pegel im Raum und aktiviert ab einer gewissen Lautstärke, die individuell definiert werden kann, die zuvor gewählte Schnarchstopp-Funktion. Zudem kann man sich auf diese Weise auch von seiner Matratze wecken lassen. Eine weitere smarte Lösung von Auping (zusammen mit der technischen Universität Delft) ist der Schlafroboter Somnox. Über Atemregulation oder beruhigende Klänge soll Somnox dabei helfen, Schlafstörungen zu überwinden. Auch er Roboter lässt sich natürlich über eine App steuern.

Überhaupt nutzen wir Apps mittlerweile immer häufiger, um unser Leben zu regulieren. Wir zählen Schritte und Kalorien über Apps, messen Herzfrequenz und Puls und lassen uns gesunde Rezepte vorschlagen. Da darf eine Schlaf-App natürlich nicht fehlen. Entwickelt von einem Team der Universität Michigan kann man damit überwachen, wie lange man sich täglich im Bett aufhält. Zusätzlich mit demografischen Daten wie Geschlecht, Alter oder aktueller Zeitzone gefüttert, kann man so seinen Schlafrhythmus aufzeichnen. Ursprünglich entwickelt wurde die App, um Jetlags besser zu verkraften. Um uns beim Einschlafen zu unterstützen, nutzen wir Apps mit sogenanntem weißen Rauschen oder beruhigenden Geräuschen wie Regen oder Meeresbrandung. Diese Klänge sollen uns nicht nur besser abschalten lassen, sie übertönen zudem störende Laute, die uns am Einschlafen hindern können.

Doch auch beim Aufwachen möchten wir mittlerweile nicht mehr nur klassische Wecker nutzen. Während uns Musik im Allgemeinen ja schon beim Radiowecker geboten wird, können wir uns jetzt per Smartphone direkt von unserer Lieblingsmusik wecken lassen. Wer lieber ganz sanft mit optischen Reizen aus dem Schlaf geholt werden möchte, der kann sich von einem Wake-up-Light wecken lassen. Hierbei wird durch heller werdendes Licht der Sonnenaufgang simuliert. Die zunehmende Helligkeit wird auch bei geschlossenen Augen wahrgenommen.