13.–19.01.2020 Für alle: 17.–19.01.2020

#immcologne

Trendige Möbeltypen: So wird die Möbelsaison 2019

21.03.2019

Ligne Roset auf der imm cologne 2019

Die Trends „Wohnlichkeit“, „Gemütlichkeit“ werden durch Produkte und Einrichtungstrends verstärkt. Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung des Zuhauses als Rückzugort. Foto: Koelnmesse, Ligne Roset

Um es direkt vorweg zu sagen: Es gibt keine grundlegenden Veränderungen gegenüber der Möbelsaison – im Gegenteil. Die Trends „Wohnlichkeit“ und „Gemütlichkeit“ werden durch die neuen Produktangebote und die Trends bei Farben und Material noch verstärkt. Grund: Das Zuhause wird immer wichtiger und wird als Heim, Rückzugsort, Schutzraum und Treffpunkt mit Friends & Family sogar weiter ausgebaut.

Der skandinavische Wohnstil kommt in diesen Zeiten gerade darum so gut an, weil er trotz moderner Formen mit seinen vielen Farben, natürlichen Materialien und geschmackvollen Deko-Ideen dem Traum vom wohnlichen Heim sehrnahekommt. Daneben gibt es aber auch eine neue Lust an poppigen Farben und Formen sowie eine Sehnsucht nach einem kunstsinnig-gediegenen Ambiente, die nicht mehr so ganz zu dem Natur-Image skandinavischen Wohnstils passen wollen.

Der Tisch wird zum Multifunktionstool in der Wohnung

Girsberger auf der imm cologne 2019

Das Esszimmer kommt wieder: Dabei wird der Tisch künftig multifunktional genutzt. Foto: Koelnmesse, girsberger

Wenn wir uns mit Freunden vermehrt zuhause treffen, sollte die Einrichtung entsprechend ausgelegt werden. Stühle haben deshalb Hochkonjunktur. Das Esszimmer kommt wieder in Mode: mit vier, fünf oder sechs Stühlen an einem großen Tisch oder in Kombination mit einer schmalen, aber bequemen Sitzbank. Dabei wird der Tisch jedoch multifunktional genutzt: Hier werden Hausaufgaben gemacht, Spiele gespielt, E-Mails abgearbeitet, Familiengespräche geführt, mit Freunden zusammen.

Möbel mit Sucht-Faktor

Ginger auf der imm cologne 2010

Der Armlehnstuhl boomt und ist die perfekte Ergänzung zu nett arrangierten Tisch-Gruppen. Foto: Koelnmesse, Ginger

Wir brauchen einen Lieblingsplatz in der Wohnung – am Kaminofen, in der kleinen Privat-Bibliothek oder am Panoramafenster mit Blick auf den See. Der Armlehnstuhl boomt und ist die perfekte Ergänzung zu den weiterhin aktuellen Sets aus Beistelltischen. Als schlichter Armlehnstuhl mit Holzlehnen, als samtiger Lounge-Sessel mit Gold-Applikationen oder als üppig gepolsterter Sessel mit viel Stoff: das Solitärmöbel zählt zu den Blickfängen in einer modern eingerichteten Wohnung.

Das Comeback des Sideboards war schon auf 2018 abzusehen. In diesem Jahr legten die Hersteller nochmals einen drauf: hinter den aktuell gerne auch mal gemusterten (Schiebe-)Türen und Rolltüren aus edlen Hölzern kann so einiges verschwinden – und schon sieht es aufgeräumt aus im Wohnzimmer. Zusätzlich bietet das Sideboard Flächen für Deko & mehr. Im Zuge dieser Entwicklung erhalten nun auch wieder Vitrinen oder moderne Küchenschränke mit Glaseinsätzen Einzug in unsere Wohnungen: schließlich können wir dort Lieblingsstücke und Kultgegenstände besonders gut zur Schau stellen. Das Regal verliert ein wenig an Bedeutung – Bücher und CDs werden zunehmend digital konsumiert. Regalhersteller bieten Türen, Boxen und Schubladen an – denn wir wollen es zunehmend aufgeräumt zuhause haben.

Sitzen und Ruhen in allen Positionen

Giorgetti auf der imm cologne 2019

Sofas werden in stylischen Wohnungen zunehmend „tiefergelegt“. Die Kombinierbarkeit durch unterschiedliche Elemente lässt Wohnlandschaften für die individuellen Bedürfnisse entstehen. Foto: Koelnmesse, GIORGETTI

Auch bei den Sitzmöbeln sind klassische Formen angesagt. Es wird wieder mit repräsentativen und klassischen Formen gearbeitet. Üppig gepolstert und modern gesteppt, in modernen Samt- oder Wollstoffen wirkt Omas gute Sofagarnitur auf einmal gediegen und frisch zugleich. Im Design erinnern Couches und Lounge-Sessel an die eleganten Möbel der klassischen Moderne genauso wie an die Cocktailformen der 50er- bis 60er-Jahre oder an kastige oder aufgepumpte Bubble Gum-Volumen der 70er- und 80er-Jahre. In stylischen Wohnungen werden Sofas zunehmend „tiefergelegt“ oder aber – für mehr Komfort und für ältere Menschen – „höher“ gesetzt. Noch nie waren Sitzmöbel in so vielen Stilen zu haben und so individuell zu konfigurieren. Auch die modulare Sitzlandschaft kommt vereinzelt zurück. Ihr Vorteil ist die Kombinierbarkeit bzw. die Flexibilität durch unterschiedliche Elemente – so entstehen Wohnlandschaften für die individuellen Bedürfnisse. Hier werden Tischelemente mit hohen oder tiefen Sitzflächen kombiniert.

Das Schlafzimmer: Der heimliche Superstar der Wohnung?

Velda auf der imm cologne 2019

Das Schlafzimmer hat das Potenzial zum Super-Star – als Ruheraum, Rückzugsort, Leseraum, kreativer Arbeitsplatz etc. Foto: Koelnmesse, Velda

Funktionalität ist weiterhin ein Thema. Doch genauso wichtig sind heute individuelle Bezugsstoffe und Polsterqualitäten für die äußeren und inneren Werte. Das gilt insbesondere für den Protagonisten im Schlafzimmer: das Bett. Bereits auf der imm cologne 2019 deutlich, dass das Schlafzimmer das Potenzial zum Super-Star hat. Doch nicht nur als schön gestalteter Schlafbereich mit faltenfrei integrierten Stauraumlösungen und indirekter Beleuchtung von Schrank, Vitrine und Betthaupt wird sich das Schlafzimmer künftig hervortun. Die Grenze zum Wohnbereich löst sich zunehmend auf, ohne dass irgendwelche Wände fallen. Vielmehr könnte das Schlafzimmer als intimer Wohnbereich eine große Zukunft als Ruhezone, Yoga-Tempel, Leseraum, kreativer Arbeitsplatz oder anderweitig genutzter, individueller Rückzugsort haben.

Was kommt nach Hygge & Co.? Ein wohnlicher Minimalismus!

Richard Lampert auf der imm cologne 2019

Gegentrend zur Gemütlichkeit: Es wird langsam wieder minimalistischer in unseren Wohnungen. Foto: Koelnmesse, Richard Lampert

Wenn ein Trend – wie aktuell das Thema Wohnlichkeit – sehr dominant ist, zeigt sich an anderer Stelle häufig ein Gegentrend: Es wird langsam wieder minimalistischer in unseren Wohnungen. Das bedeutet, dass wir, wollen wir diesem Trend folgen, die ganzen Deko- und Gebrauchsgegenstände außer Sicht räumen müssen. Dafür brauchen wir mehr Platz. Und weil wir es zuhause trotzdem „nett“ haben wollen, ist dieser Minimalismus nicht ganz zu konsequent, wie Vertreter des Bauhauses es sich gewünscht hätten. Die zunehmende Komplexität des Alltags weckt den Wunsch nach Überschaubarkeit und Ordnung in der Wohnung. Vereinfachung wird durch die Reduktion von Haushalts- und Konsumgütern gesucht (Stichwort Happy Cleaning und Degrowth). Eine Kombination aus hellen Grau-Tönen und Naturmaterialien (wie zum Beispiel Marmor) zum Bauhaus-Klassiker, ergänzt durch ein altes Möbelstück von der Oma und haptisch ansprechende Wohntextilien macht den wohnlichen Minimalismus mit seiner Clean Desk-Optik in matten Oberflächen und warmen Farben zur überzeugenden Alternative. Cool und kuschelig: ein vielversprechendes Duo für die Wohnwelten von morgen.