Auftakt ins Möbeljahr mit der imm cologne: kompakt, international, B2B only
Wenn sich im Januar die internationale Einrichtungsbranche in Köln trifft, geht es weniger um Inszenierung und Imagepflege. Stattdessen präsentiert sich die imm cologne 2026 als klar fokussierte Businessmesse, die ihre Rolle als Startschuss ins Möbeljahr neu definiert hat: Vier Tage lang dreht es sich in Köln um marktreife Produkte, effizientes Sourcing und verlässliche Partnerschaften. Anders als bei dem designorientierten Gegenstück, der idd cologne, stehen bei der imm nicht die spektakulären Concept Pieces im Fokus, sondern Programme, die den Alltag im Handel und im E-Commerce tragen – vom preisorientierten Mitnahmeartikel bis zum profilierteren Volumenträger.
Gleichzeitig spiegelt die Messe die Realität eines Marktes wider, der stark importgeprägt ist und unter einem hohen Margen- und Kostendruck steht. Ein wachsender Anteil der Möbel kommt aus Osteuropa und Asien, internationale Fertigungsverbünde werden wichtiger, Lieferketten müssen gleichzeitig belastbar und flexibel sein. In diesem Umfeld erhält eine kompakte, klar strukturierte Messe wie die imm cologne eine neue Funktion: Sie wird zum analogen Marktplatz, auf dem sich Sortiment, Preisniveau und Leistungsfähigkeit von Lieferanten in kurzer Zeit vergleichen lassen – und damit zum Werkzeug für die Jahresplanung.
„World of Interiors“: Wohnen in all seinen Facetten
Mit dem Leitthema „World of Interiors“ macht die imm cologne deutlich, dass es um das Ganze geht: um die gesamte Bandbreite des Wohnens, aber auch um die Möbelproduktion rund um den Globus. Abgebildet werden jene Segmente, die für den Handel tatsächlich Relevanz haben – vom Einstiegspreis über Mitnahme- und SB-Möbel bis zu Lifestyle-orientierten Programmen in der Mitte des Marktes. Es geht um Lösungen für reale Grundrisse, Budgets und Zielgruppen, nicht um ikonische Solitäre. Der Anspruch: Möbelprofis sollen in den Hallen sehen, wie sich Wohn- und Lebenswelten im Konsumentenalltag verändern und welche Sortimente diese Entwicklung tragen können.
Für den Einkauf bedeutet das: Die imm cologne funktioniert wie ein Marktspiegel in Echtzeit. Welche Sofaprogramme verbinden Komfort und kalkulierbare Preise? Welche Dining-Serien lassen sich kanalübergreifend inszenieren? Welche Bett- und Matratzenkonzepte sprechen junge, urbane Zielgruppen an? Ein europäischer Anbieter wie Zijlstra aus den Niederlanden steht exemplarisch für diese Perspektive: Mit einem breiten Portfolio aus Kleinmöbeln, Tischen, Sitzmöbeln und Leuchten, das auf schnelle Verfügbarkeit und digitale Prozesse ausgelegt ist, liefert das Unternehmen genau jene Bausteine, mit denen Händler Themenflächen und Online-Welten flexibel aktualisieren können – von „New Basics“ bis hin zu jungem Wohnen.
Polstermöbel-Vielfalt aus dem Reich der Mitte © Man Wah
Internationales Sourcing: Asiens Stärke trifft Europas Märkte
Die imm cologne 2026 macht die internationale Verschiebung der Beschaffungsmärkte besonders greifbar. Aussteller aus mehr als zwei Dutzend Ländern, mit einem klaren Schwerpunkt aus Asien, sind in Köln vertreten. Der internationale Sourcing-Fokus ist dabei nicht nur eine Randnotiz, sondern Teil der Dramaturgie der Messe: Die Hallen 4.2 und 5.2 bündeln gezielt asiatische Lieferanten und OEM-Spezialisten, die vom Esszimmerstuhl über modulare Wohnprogramme bis hin zu Polstermöbeln für ein breites Spektrum von Preislagen stehen.
Zu den prägenden Akteuren zählt etwa Man Wah Furniture Manufacturing, einer der weltweit größten Hersteller von funktionalen Sofas und Relax-Sesseln. Das Unternehmen bedient mit seinen Recliner- und Motion-Programmen zahlreiche Märkte und Vertriebskanäle und steht damit exemplarisch für ein Polsterangebot, das industrielle Stärke mit überraschend feiner Segmentierung verbindet. Kuka Home, vertreten über KUKA (HK) Trade, bringt ein ähnlich breites Spektrum mit: Sofas, Sessel, Betten und Dining-Kompositionen, die vom value-orientierten Einstiegssegment bis zu höher positionierten Linien reichen und sich sowohl als Markenprodukt als auch im Rahmen von Private-Label-Konzepten denken lassen. Ein anderer Blick auf internationales Sourcing eröffnet sich bei UE Furniture. Das Unternehmen gilt als erster börsennotierter Stuhlhersteller Chinas und hat sich auf ergonomische Sitzlösungen spezialisiert – von Office- und Konferenzstühlen bis hin zu Gaming- und Homeoffice-Modellen. Für Händler:innen, die das Thema „Arbeiten zu Hause“ im Sortiment verankern oder weiterentwickeln wollen, bieten solche Anbieter die Möglichkeit, funktionale Stühle mit klar ausgearbeiteter Ergonomie und international wettbewerbsfähiger Preisstruktur zu integrieren. Auf der imm cologne stehen sie in direkter Nachbarschaft zu europäischen Programmen. Ein idealer Rahmen, um Designcodes, Qualitätsanmutung und Konditionen unmittelbar aneinander zu spiegeln.
Seit 65 Jahren am Start und ein häufiger Gast auf der imm cologne: Zijlstra aus den Niederlanden © Zijlstra
Durchdachter Hallenplan: vier Tage, klare Wege
Damit die Vielfalt nicht in Beliebigkeit kippt, ist die Hallenstruktur der imm cologne 2026 konsequent an der Praxis des Einkaufs orientiert. Die internationalen Sourcing- und OEM-Anbieter sind in den Hallen 4.2 und 5.2 konzentriert, die europäischen Wohn- und Polstermöbelhersteller bilden ihren Schwerpunkt in Halle 10.2, während Halle 10.1 das Thema Schlafen mit Matratzen, Bettsystemen und weiteren Polstermöbeln fokussiert. So entsteht eine Art Sortimentslandkarte, die Besuchende wie ein Navigationssystem nutzen können. Der Blick auf die Produktgruppen zeigt, wie breit diese Landkarte zugleich ist: Besonders stark vertreten sind Tische und Stühle, Polstermöbel, Schlafzimmermöbel und -zubehör sowie Ess- und Speisezimmerprogramme. Im Bereich Schlafen stoßen Besucher:innen unter anderem auf Anbieter wie HealthCare Europe, das mit der Produktion von Schäumen und Matratzen in Serbien europäische Marktnähe mit industrieller Kompetenz verbindet. Hinzu kommen Marken wie Sweetnight, die mit Hybridmatratzen und preislich zugänglichen „Sleep Solutions“ vor allem digital affine Zielgruppen adressieren. Für Handels- und E-Commerce-Teams ergibt sich damit die Möglichkeit, klassische Bettensortimente, Online-Linien und Eigenmarkenkonzepte an einem Ort neu zu denken.
Vom Hallenplan zur Sortimentsstrategie
Wie sich die imm cologne 2026 im Alltag des Einkaufs nutzen lässt, zeigt sich besonders gut, wenn man die Messe als Abfolge gezielter Routen versteht. Wer seine Polsterflächen im mittleren Preissegment schärfen möchte, startet in den Sourcinghallen 4.2 und 5.2 bei Anbietern wie Man Wah oder Kuka Home, prüft dort komplette Motion-, Familien- und Relax-Programme und wechselt anschließend in Halle 10.2 zu europäischen Kollektionen, deren Maß- und Designsprache stärker an regionale Wohngewohnheiten angepasst ist. Ergänzend lässt sich ein Abstecher zu Kleinmöbelspezialisten wie Zijlstra einplanen, um Sofaprogramme mit Tischen, Regalen und Leuchten zu stimmigen Themenbildern zu verdichten – auf der Fläche wie im Onlineshop. Wer das Zusammenspiel von Sitzen und Arbeiten neu denken will, verzahnt in einer zweiten Route die asiatischen Ergonomie-Spezialisten wie UE Furniture mit europäischen Dining-Programmen in Halle 10.2 und identifiziert so Produktfamilien, die entlang der Achse Dining–Homeoffice–Office kanalübergreifend funktionieren. Und im Schlafensegment führt der Weg in Halle 10.1 zu internationalen Herstellern wie HealthCare Europe und Sweetnight, deren Matratzen- und Bettenkompetenz genutzt werden kann, um Good–Better–Best-Strukturen zu schärfen und Schlafwelten enger mit Gestellen, Textilien und Accessoires zu verknüpfen.
Am Ende sind es nicht nur Kennzahlen wie Ausstellerzahl, Länderbeteiligung oder Hallenfläche, die den Charakter der imm cologne 2026 bestimmen. Entscheidend ist, dass die Messe dort ansetzt, wo der Handlungsdruck in der Branche besonders spürbar ist: bei sortimentsstarken, verbrauchernahen Produkten, bei preissensiblen Zielgruppen und bei globalisierten Lieferketten, die trotz aller Komplexität verlässlich funktionieren müssen. Mit ihrem klaren B2B-Profil, der internationalen Aufstellung und einer Hallenstruktur, die Einkaufslogik statt Zufall abbildet, wird die imm cologne zum Werkzeugkasten für Sortimentsplanung und Sourcing-Strategien. Wer die „World of Interiors“ in Köln als Arbeitsmesse versteht, kann vier Messetage im Januar in die Grundlage für ein ganzes Möbeljahr verwandeln – zwischen den Hallenachsen von Sourcing und Schlafen, von Dining und Polster zeichnet sich ab, wie die nächsten Wohnwelten aussehen könnten und welche Produkte sie tragen werden.
Termin vormerken: 20.–23. Januar 2026 – imm cologne, Köln
Mehr Infos & Ausstellerliste:
www.imm-cologne.de
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