imm cologne 2026: Wie Köln zur B2B-Sourcing-Bühne wurde und welche Trends jetzt zählen
Impressionen von der imm cologne 2026. Credit: Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld
Sourcing statt Schaulaufen: Warum das neue B2B-Profil trägt
Die zentrale Stärke der imm cologne 2026 lag in ihrer neuen Rolle als Sourcing-Plattform. Das zeigte sich vor allem dort, wo die Messe für Entscheider:innen wirklich zählt: in der direkten Vergleichbarkeit von Sortimenten, Designsprache, Qualitätsanmutung und Lieferfähigkeit. Für Verbundgruppen, Filialisten und digitale Player entsteht so ein echter Marktplatzmoment: Man sieht Programme nicht isoliert, sondern im Kontext alternativer Angebote, kann Preis- und Leistungslogiken besser einordnen und in kurzer Zeit belastbare Kontakte für das Möbeljahr knüpfen. Genau diese „Arbeitsmesse“-Qualität schafft Vertrauen in ein Format, das bewusst nicht die Traditionsmesse von früher sein will, sondern sich wie ein Start-up neu definiert – mit einem klaren Auftrag und einer klaren Zielgruppe.
Trends vom Messeboden: alltagstauglich, verkaufsnah, sofort übersetzbar
Auch bei den Trends war das Bild eindeutig: weniger Inszenierung, mehr Relevanz. Die Neuheiten waren bereits den entscheidenden Schritt weitergedacht – sie waren keine Designstudien, sondern sortimentsfähige Antworten auf reale Grundrisse, Budgets und Nutzungsgewohnheiten. Besonders präsent war das Thema Flexibilität. Funktionslösungen wurden nicht als Extras gezeigt, sondern als neue Normalität: Sofas, die mit wenigen Handgriffen zum Gästebett werden und dabei Stauraum integrieren, Tische, die zwischen Homeoffice und Dining wechseln, oder kompakte Stauraummöbel, die modular wachsen können, wenn sich das Leben verändert. Ein Bett, das an die Decke fährt und den Raum vollständig freigibt, oder eine Mechanik, die Raumaufteilungen durch intelligente Bewegung verändert. Solche Konzepte erzählen den großen Trend der Messe besonders anschaulich: Wohnen wird transformierbar, weil Fläche kostbar ist und die Kundschaft von Möbeln erwarten, dass sie mehrere Rollen gleichzeitig übernehmen.
Impressionen von der imm cologne 2026. Credit: Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld
Parallel dazu setzte sich ein wohnlicher, weicher Look durch, der sich im Handel leicht erzählen lässt. Organische Formen, abgerundete Kanten und eine warme Farbwelt aus Naturtönen, Sand, Creme oder gedämpften Grünnuancen machten viele Wohnbilder sofort anschlussfähig. Dazu kamen Oberflächen, die nicht kühl wirken, sondern ruhig und taktil: matte Strukturen, textile Haptiken, Holzoptiken, die Wärme vermitteln, ohne laut zu sein. Dieser Quiet-Is-The-New-Loud-Ansatz ist dabei kein kurzer Stiltrend, sondern eine klare Antwort auf das Bedürfnis nach Rückzug und Komfort – und damit auch ein Sortimentsthema, das sich vom Polster über Kleinmöbel bis zur Schlafwelt durchziehen lässt.
Auffällig war außerdem, wie selbstverständlich Komfort-Features integriert werden. Technik trat nicht als Selbstzweck auf, sondern als leises Upgrade: verstellbare Relaxfunktionen, ergonomische Details, durchdachte Mechaniken und Nutzungslogiken, die den Alltag einfacher machen. Gerade im mittleren Preissegment entsteht daraus ein überzeugendes Versprechen: mehr Komfort, ohne dass Kund:innen ihr Zuhause komplett neu planen müssen. Ergänzt wurde dieser Eindruck durch Licht und Glas als Stimmungsmacher. Warmes, indirektes Licht, Leuchten mit weichen Formen und gläserne Akzente sorgten dafür, dass selbst kompakte Settings großzügiger wirken. Das ist nicht nur ästhetisch relevant, sondern auch kaufpsychologisch stark – weil es Wohnlichkeit sofort sichtbar macht.
Impressionen von der imm cologne 2026. Credit: Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld
Vier Tage, die ein Möbeljahr vorbereiten können
Dass die Neuausrichtung der Messe ankommt, bestätigen auch die Zahlen: 339 Aussteller aus 28 Ländern trafen auf mehr als 10.000 Fachbesucher:innen aus 104 Ländern. Dass das Feedback durchweg positiv war, liegt daran, dass die imm cologne 2026 das geliefert, was ihre neue Positionierung verspricht: ein fokussiertes B2B-Format, das internationale Angebot sichtbar macht und daraus konkrete Arbeit für Einkauf und Sortiment ableitet. Die Messe hat gezeigt, dass „World of Interiors“ als konsumorientierte Businessplattform funktioniert, wenn sie konsequent auf marktreife Programme, klare Vergleichbarkeit und echte Gesprächsanlässe setzt. Und sie hat bestätigt, dass Trends dann besonders wertvoll werden, wenn sie sich nicht nur gut fotografieren lassen, sondern im Alltag der Kund:innen funktionieren – und im Handel als stimmige Themenwelten, kalkulierbare Preislagen und verlässliche Produktstorys ankommen. Wer Köln 2026 als Werkzeugkasten für Sortimentsplanung genutzt hat, konnte vier Messetage in einen Vorsprung für die kommenden Monate verwandeln.