Köln: 17.–23.01.2022 #immcologne

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Möbelhandel meets Amazon

Amazon-Experte über diesen lukrativen Vertriebsweg

Mittlerweile setzen immer mehr Möbelhersteller auch auf den Online-Handel. Wir haben mit Gregor Arentz über die Zukunft des Möbelhandels gesprochen. Der Experte für Amazon und Marketplaces von Plan.Net Performance weiß, wie die Branche den Kanal erfolgreich für sich nutzen kann.

Gregor Arentz über Amazon als lukrativen Vertriebsweg für Möbelhändler

Gregor Arentz über Amazon als lukrativen Vertriebsweg für Möbelhändler

Amazon auch für Möbelhändler attraktiv

Der US-amerikanische Onlineversandriese wächst kontinuierlich. Allein während der Corona-Pandemie steigerte Amazon seinen Umsatz um vierzig Prozent und zählt damit zu den absoluten Big Playern im Onlinehandel. Wie kann auch die Möbelbranche dieses Wachstum für sich nutzen? Und welche Herausforderungen bringt der Vertrieb auf der größten Produktsuchmaschine mit sich? Amazon-Experte Gregor Arentz kennt die Antwort.

Herr Arentz, der Online-Möbelhandel ist während der Corona-Pandemie massiv gewachsen. Welche Rolle spielt Amazon Ihrer Meinung nach für Möbelhersteller?

Das ist richtig, der Bereich „Einrichtung“ ist laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. ( BEHV ) im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 19,5 Prozent gewachsen. Davon haben natürlich auch viele Marktplätze profitiert.

Auch wenn Amazon beim Umsatz noch eine kleinere Rolle als beispielsweise Otto spielt, sollte es nicht außer Acht gelassen werden. Immerhin 61 Prozent der Online-Käufe und 23 Prozent der stationären Käufe werden laut einer Studie der IFH Köln durch Amazon beeinflusst. Zudem bietet Amazon inzwischen einige spannende Features wie die 360 Grad-Ansicht des Produktes und eine Augmented-Reality-Ansicht, die es Kund*innen ermöglicht, ausgewählte Produkte im Raum zu sehen. Diese Funktionen sind sehr hilfreich dabei, auch Möbelstücke erlebbarer zu machen und die Anzahl der Retouren zu senken.

Was Amazon besonders reizvoll macht, ist die geringe Hürde für den Einstieg in den Kanal.

Gregor Arentz, General Manger Plan.Net Performance Köln

Welches Potenzial bietet Amazon Möbelherstellern?

Ein Schaufenster in der erfolgreichsten Produktsuchmaschine für die eigene Marke zu schaffen ist sicherlich ein wichtiger Aspekt. Was Amazon besonders reizvoll macht, ist die geringe Hürde für den Einstieg in den Kanal und die Agilität, in der die Plattform bespielt werden kann. Über den Marketplace können Hersteller*innen schnell den Vertrieb aufnehmen. Das ermöglicht vielen Anbieter*innen, dynamisch auf neue Situationen wie beispielsweise Corona reagieren zu können.

Mit nur wenigen Klicks können Möbelhersteller*innen so ihr Angebot auf dem internationalen Markt etablieren und Wachstum generieren. Der wohl größte Vorteil liegt in dem geringen Risiko – selbst wenn das gewünschte Wachstum nicht erreicht wird, sparen Unternehmen sich massive Investitionen in ein teures Shop-System oder die Entwicklung individueller Lösungen.

Worin sehen Sie die größten Herausforderungen? Riskieren Möbelhersteller durch den Online-Vertrieb ihren stationären Handel?

Ganz im Gegenteil. Richtig genutzt, ist Amazon für mich die perfekte Ergänzung zu den traditionellen Kanälen. Natürlich sind Retouren auch bei Amazon ein kritisches Thema. Um dem entgegenzuwirken, sollten Möbelhändler*innen potenzielle Kund*innen ausreichend informieren – ansprechende Produktbilder und ausführliche Produktinformationen sind eine Möglichkeit.

Eine der größten Gefahren liegt eher darin, Amazon zu ignorieren. Sehr schnell kann die Kontrolle über die eigene Marke an Drittanbieter verloren gehen, wenn diese die eigenen Produkte listen. Plötzlich entscheidet jemand anderes über die Wahrnehmung meiner Marke und prägt damit auch die Kaufentscheidung für oder gegen meine Produkte.

Eine der größten Gefahren liegt darin, Amazon zu ignorieren.

Gregor Arentz, General Manger Plan.Net Performance Köln

Welche Strategie sollten Möbelhersteller für den Einstieg auf Amazon wählen?

Amazon bietet die Möglichkeit, mit einzelnen Produkten zu starten und bei Erfolg das Angebot zu erweitern – so kann der Aufwand am Anfang geringgehalten werden. Wichtig ist es, eine zum eigenen Geschäftsmodell und dem Kanal passende Strategie zu verfolgen. Dabei sollten alle Geschäftsbereiche an der Entwicklung dieser Strategie beteiligt werden, denn es wird für jeden Bereich auch spezifische Implikationen geben. Im besten Fall wird ein dezidiertes Team zur Umsetzung der Strategie gebildet, ausgestattet mit großem Spielraum, um sich dieser Herausforderung anzunehmen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung des Online-Möbelhandels 2021 ein? Glauben Sie, die Corona-Pandemie wird das Wachstum weiter antreiben?

Davon gehe ich aus. Aber auch ohne die Corona-Pandemie ist es zwingend notwendig, eine auf das eigene Geschäftsmodell abgestimmte Online-Strategie zu entwickeln. Es gilt, alle Chancen zu nutzen, die sich mit neuen Kanälen bieten. Hersteller, die zu Beginn der Pandemie gut aufgestellt waren, haben durch innovative Modelle einiges kompensieren könne. Ein gutes Beispiel dafür ist IKEA mit seinem „Click & Collect“-Service, zur Vernetzung von Online und Offline. Der schwedische Möbelkonzern wies erst kürzlich ein beachtliches Wachstum im Online-Geschäft von 74,5 Prozent aus. Ich denke, dies ist ein deutliches Signal, spätestens jetzt in diesen Bereich zu investieren.

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