Köln: 17.–23.01.2022 #immcologne

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Große Chance für junge Designtalente

Pure Talents Contest: Die Insights der Expertenjury

Digitalisierung und Nachhaltigkeit beeinflussen viele Lebensbereiche, vor allem auch die Design- und Einrichtungswelt. Beim Pure Talents Contest bekommen aufstrebende Studierende, Ausgelernte und Start-ups die Chance, ihre innovativen Designs auszustellen. Im Rahmen des 19. Pure Talents Contest auf der imm cologne 2022 vom 17. bis 23. Januar geht es los. Bis dahin wird eine prominente Jury die besten Ideen auswählen. Wir haben nachgefragt: Wie geht die Jury bei der Auswahl vor? Auf was achten sie? Und welche Tipps haben sie für Teilnehmende?

Pure Talents Contest Jury

Die Jury des Pure Talents Contest besteht aus Eva Marguerre, Sebastian Herkner, Norbert Ruf und Jennifer Reaves (abgebildet von links nach rechts). Eva Marguerre wird dieses Jahr von ihrem Geschäftspartner Marcel Besau (weiter unten abgebildet) vertreten. (Bild: imm cologne)

Pure Talents Contest: Das ist die hochkarätige Jury

Der Contest ist bereits in vollem Gange. Die Expertenjury nominiert aus allen Einreichungen insgesamt 20 der innovativsten Entwürfe. Im nächsten Schritt gilt es, drei Gewinner für den heiß begehrten Designpreis auszuwählen. Doch wer verbirgt sich hinter der Jury ? In diesem Jahr setzt sie sich aus den verschiedensten Designdisziplinen zusammen:

  • Das in Hamburg ansässige Designstudio Besau-Marguerre steht für seine interdisziplinäre und ganzheitlich denkende Arbeitsweise in den Bereichen Produktdesign, Interiordesign und Markenkommunikation. Eva Marguerre und Marcel Besau haben das Studio im Jahr 2011 gegründet. Ihr feines Gespür für prägnante Farben, experimentelle Formen und ungewöhnliche Materialien zeichnet ihre Designs aus.
  • Sebastian Herkner , durch den Pure Talents Contest bekannt geworden, ist heute mehrfach prämierter Designer und stammt aus Offenbach. Mit seinem Fokus auf die Gestaltung von Einrichtungsgegenständen kreiert er ausgezeichnete Arbeiten in den Bereichen Inneneinrichtung, Museums- und Ausstellungsdesign und hat zur imm cologne 2016 ‚ Das Haus‘ designt . Er trägt eine große Leidenschaft für traditionelles Handwerk in sich und verbindet diese mit einem feinen Sinn für neue Technologien.
  • Wer in der Möbelbranche unterwegs ist, kennt Thonet . Mit Norbert Ruf als Creative Director und Teil der Geschäftsführung ist das Unternehmen seit langem für Innovation und Zeitgeist in aller Munde. Dementsprechend wird die Jury durch einen äußerst renommierten Experten ergänzt, der sich in der Designwelt bestens auskennt.
  • Für Enthusiasmus und Unternehmergeist, vor allem auch weltweit, steht die Networkerin Jennifer Reaves. Als Geschäftsführerin der internationalen Designmesse blickfang weiß sie genau, wie wichtig es ist, als Designerin und Designer unternehmerisch zu denken.

Welche Idee steckt hinter dem Pure Talents Contest?

Der Pure Talents Contest hilft jungen Designexperten beim Networking mit namhaften Herstellern aus der Möbel- und Einrichtungsbranche. Diese exzellente Bühne bietet eine große Sichtbarkeit. Für angehende Designerinnen und Designer lohnt es sich, dabei zu sein. Denn die Welt wartet gespannt auf ihre innovativen Ideen. Was verbirgt sich hinter dem Pure Talents Contest? Mit welcher Intention vergibt die Jury die Auszeichnungen?

Marcel Besau: „Der Pure Talents Contest ist eine inspirierende Plattform für junge Gestalterinnen und Gestalter, um einen Fuß in die Branche zu bekommen, erste Kontakte zu knüpfen und auf sich aufmerksam zu machen.”

Norbert Ruf: „Als junge Designerinnen und Designer zu starten, ist eine Herausforderung. Da ist eine Plattform wie der Pure Talents Contest eine Hilfe, sichtbar zu werden und ihr Denken sowie den konzeptionellen Ansatz darzustellen.”

Sebastian Herkner: „Der Pure Talents Contest ist eine großartige Chance für junge Gestalterinnen und Gestalter, ihre Designideen und -philosophien einer Fachjury im Rahmen des Wettbewerbs, aber auch der Öffentlichkeit, zu präsentieren. Für mich war diese Plattform der Start in die Designwelt, auf der ich viele spannende Kontakte knüpfen konnte.”

Jennifer Reaves: „Neben der branchennotwendigen Sichtbarkeit des eigenen Tuns, zwingt die Teilnahme am Pure Talent Contest die Designerinnen und Designer auch, die Arbeit und den Nutzen dahinter in Worte zu fassen. Eigene Ideen und dessen Einzigartigkeit in wenigen Worten beschreiben zu können, ist auch ohne, dass man den Preis gewinnt, ein wichtiges Learning für die Arbeit als Designerin oder Designer."

Pure Talents Contest Jurymitglied Marcel Besau

Marcel Besau (Bild: imm cologne)

So bewertet die Jury alle Einreichungen

Die Designexperten wählen 20 der besten Prototypen mittels bestimmter Bewertungskriterien aus, die auf der imm cologne 2022 ausgestellt werden. Sie setzen sich zusammen aus dem Gesamtkonzept, der Originalität oder Eigenständigkeit des Designs sowie der konzeptionellen und visionären Qualität. Außerdem werden Funktionalität, die Gestaltungs- beziehungsweise Präsentationsqualität und die Nachhaltigkeit bewertet. Wie sichtet und bewertet die Fachjury die eingesendeten Entwürfe? Und wie selektiert sie die Gewinner aus den Top 20?

Sebastian Herkner: „Es ist immer schwierig, sich auf eine Auswahl an Entwürfen zu verständigen, da die Einreichungen sehr unterschiedlich sind und ein hohes Gestaltungsniveau haben. Wir als Fachjury nehmen uns sehr viel Zeit und diskutieren jeden einzelnen Entwurf, um letztendlich die Besten zu küren und ein breites Spektrum von Designs abzudecken.”

Marcel Besau: „Mit der langjährigen Erfahrung in der Branche bringen die Jurymitglieder viel Expertise zusammen. Sie haben verschiedene Haltungen und Perspektiven. Oft springen einem bei der Sichtung die spannendsten Projekte schnell ins Auge und mal ist es auch der zweite Blick, der notwendig ist, um die besten Projekte auszuwählen. Hier ist das Teamwork der Jury gefragt, der Dialog und auch die Diskussion als eine fruchtbare Grundlage zur Bewertung.”

Norbert Ruf: „Wir fühlen uns in der Verantwortung, dem Engagement und den Projekten der Gestaltenden gerecht zu werden. Die Entscheidung erfolgt in intensiven und multilateralen Diskussionen, in die unterschiedliche Parameter und Sichtweisen einfließen.”

Jennifer Reaves: „Vor dem Hintergrund der Fülle an Einreichungen gewinnt die einfache, klar und schnell erkenntliche Präsentation des Entwurfs an Bedeutung. Was ist es, wofür oder für wen ist es und was macht es einzigartig, sind Fragen, die wir Jurymitglieder schon beim ersten Hinsehen beantwortet wissen wollen. Nicht jede Einreichung erfüllt bereits diese ersten Kriterien. Im späteren Dialog, kommen dann die vielen Expertisen und auch Kompetenzen der Jurymitglieder zusammen, so dass auch wir einiges dazu lernen.”

Pure Talents Contest Jurymitglied Sebastian Herkner

Sebastian Herkner (Bild: imm cologne)

Wie beeinflussen globale Trends die Bewertungen?

Was brauchen Menschen und welchen Mehrwert können gestalterische Innovationen schaffen? Diesen Fragen geht die Designwelt nach. Auch der Pure Talents Contest ist sehr zukunftsorientiert ausgerichtet. Aktuell sind es insbesondere die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit, die die globalen Trends bestimmen. Spielen diese Aspekte bei der Bewertung eine Rolle?

Norbert Ruf: „Wir sehen uns mit substantiellen Veränderungen konfrontiert. Es ist die Herausforderung und Chance einer nächsten gestaltenden Generation, sich mit diesen auseinanderzusetzen und zu versuchen, Lösungen und Konzeptionen dafür zu finden.”

Sebastian Herkner: „Natürlich sind gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Veränderungen immer entscheidende Parameter bei der Auswahl. Das Produkt muss verantwortungsvoll gedacht sein und eine zukunftsfähige Vision haben.”

Marcel Besau: „Herausragende Projekte schaffen es immer, ein stimmiges Ganzes zu schaffen, das sich aus verschiedenen Ebenen zusammensetzt – beispielsweise aus Funktion, Ästhetik, Zeitgeschehen, Relevanz und Nachhaltigkeit. Diese Stimmigkeiten gilt es, mit der Jury zu finden.”

Jennifer Reaves: „Ich erwarte von der nächsten Generation an Designerinnen und Designern einen bewussten Umgang mit gesellschaftlichen Entwicklungen, Trends und Herausforderungen. Gestaltung um der reinen Ästhetik willen, wird es schwierig haben. In meinen Augen sind Designerinnen und Designer in erster Linie Problemlöser, gut verpackt in eine innovative und stimmige Form. Welchen Problemen sich die Gestaltenden widmen, bleibt aber ihnen überlassen.”

Pure Talents Contest Jurymitglied Jennifer Reaves

Jennifer Reaves (Bild: imm cologne)

Die große Bedeutung der imm cologne für junge Talente

Wer auf der imm cologne ausstellt, präsentiert die Arbeiten dem Weltmarkt der Einrichtungsbranche. Namhafte Hersteller und Multiplikatoren schlendern über die Messe und suchen nach originellen Produkten. Hier können junge Talente nicht nur ihre einzigartige Kreativität zeigen, sondern direkte Impulse im Produkt- und Interior Design setzen. Welche Rolle nimmt also die imm cologne für die Nachwuchsgeneration ein?

Sebastian Herkner: „Die imm cologne ist für junge Designerinnen und Designer eine großartige Möglichkeit, um den Markt und Tendenzen zu verstehen, aber auch, um Hersteller, Journalisten und Endverbraucher kennenzulernen und in einen Dialog zu treten. Das ist entscheidend für die Teilnehmer des Pure Talents Contest, aber auch für junge Designer, die nur einen Messebesuch planen.”

Marcel Besau: „Wie für alle anderen Designerinnen und Designer auch ist die imm cologne ein Branchentreffpunkt, wo wir neue Kontakte knüpfen und bestehende pflegen. Wir können den Nachwuchs nur motivieren, das so früh und intensiv wie möglich zu nutzen. Neben der gestalterischen Arbeit ist das Netzwerk einer der wichtigsten Faktoren in der Selbstständigkeit. Dazu lassen sich sehr komprimiert an einem Ort die aktuellen Trends, Produktneuheiten und Kollektionen der Hersteller kennenlernen. Das ist für das Marktgespür und die Wahrnehmung der Veränderungen in der Branche sehr wichtig.”

Norbert Ruf: „Die imm cologne kann die Interaktion zwischen Industrie und einer nächsten Generation an Designtalenten bereichern. Einerseits als offene Plattform, die es erlaubt, sich auf informelle und niederschwellige Art zu begegnen und auszutauschen, und andererseits auch als Scout und Förderer von Talenten.”

Jennifer Reaves: „Ein Branchentreffpunkt wie die imm Cologne, bietet die optimale Plattform, um den Markt und die Branche kennen zu lernen. Neben den lebensnotwenigen Kontakten in die Fachwelt, gilt es für junge Designerinnen und Designer auch mit offenen Augen und Ohren über die Messe zu schlendern. Insbesondere die Designbranche bietet für junge Gestaltende viele verschiedene berufliche Perspektiven. Der Weg in die Selbstständigkeit ist nur einer davon. Um den richtigen Platz für sich zu finden, ist es wichtig, die eigenen Kompetenzen, Stärken und Schwächen einschätzen zu können. Und natürlich auch für die Analyse dessen, was eigentlich gerade gebraucht wird.”

Pure Talents Contest Jurymitglied Norbert Ruf

Norbert Ruf (Bild: imm cologne)

Welche praktischen Tipps hat die Jury an den Nachwuchs?

Norbert Ruf: „Seid mutig und nehmt es in die Hand!”

Marcel Besau: „Der wichtigste Tipp ist so simpel wie schwer zugleich: Springt über euren Schatten und geht aus eurer Komfortzone heraus und probiert neue Dinge aus. Das gilt für alle Aspekte des Berufs. Manchmal scheinen Projekte gigantisch komplex, neu und vielleicht auch beängstigend, aber an diesen Projekten lernt man am meisten und erschließt sich neue Felder.”

Sebastian Herkner: „Es ist wichtig, eine eigene Handschrift und Haltung zu entwickeln, welche persönlich ist, aber auch verantwortungsvoll mit dem Design und seiner Herstellung umgeht. Elementar ist es, zu Beginn einer Karriere die Chancen zu nutzen, die der Pure Talents Contest und die mediale Berichterstattung bietet.”

Jennifer Reaves: „Seid mutig, auch was die Einfachheit eurer Entwürfe und die Präsentation dessen angeht. Gutes Design braucht keine seitenlangen Erklärungen.”

Pure Talents Contest: Bewerben und durchstarten

Der Pure Talents Contest bietet eine grandiose Plattform für neue Designerinnen und Designer. Denn hier tummeln sich die renommiertesten Designexperten der Einrichtungsbranche. Für alle Hersteller und Multiplikatoren wird es eine aufregende, experimentierfreudige Auswahl an Möbel- und Einrichtungsobjekten geben, die sich am Zahn der Zeit bewegen. Sicherlich ergibt sich vor Ort auch die ein oder andere Kooperation. Interessierte Jungtalente haben die große Chance, bis zum 15. September 2021 hier ihre Bewerbungen einzureichen . Die Teilnahme ist übrigens kostenfrei.