19.–23.01.2022 #immcologne

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Nr. 6 / August 2019, Köln

Portrait MUT Design MUT Design: Emotionales Design aus Spanien

Das 2010 von Alberto Sánchez und Eduardo Villalón gegründete Studio für Produktdesign, Grafikdesign und Art Direction gehört zu den erfolgreichsten Teams der „neuen Welle“ spanischen Designs. In ihrem Heimatort Valencia, einem der Design-Hot Spots Spaniens, der auch durch die umliegende traditionelle Möbel- und Keramikindustrie gestärkt wird, entwerfen sie Möbel, Teppiche, Fliesen und Leuchten für den Einrichtungsbereich und gestalten Hotels und Ausstellungen. Zu ihren internationalen Kunden zählen u.a. Expormim, GAN, Ex.t, Sancal, Preciosa Lighting, Bolia, E interiors, Harmony Inspire, Missana und LZF.

Mit der Nominierung als Guests of Honor für das Design-Event „Das Haus” 2020 durch die internationale Einrichtungsmesse imm cologne können sich MUT ein Jubiläumsgeschenk machen: Bei ihrer Interpretation der Kölner Reihe visionärer Wohnraum-Inszenierungen spielen sie mit dem Traum eines Lebens zwischen drinnen und draußen. „Das ist vielleicht die einzige Gelegenheit im Leben, seine Ideen vom Wohnen in reiner Form auszudrücken”, freut sich Alberto Sánchez auf die Arbeit für die imm cologne. „Denn es ist ja ein Konzept, und kein reales Haus. Obwohl es das vielleicht werden könnte, wenn man die Formen etwa mit Glas schließen würde. Aber im Moment interessieren uns nur die Möglichkeiten, nicht die Realität.” Charakteristisch für das Design von MUT ist seine Form: „Meist materialisieren sich unsere Entwürfe zu reinen, glatten Kreisformen. Auch die Architektur unseres Das Haus-Projekts speist sich aus diesen geometrischen Linien”, verrät Eduardo Villalón.

MUT setzt auf Mulitidisziplinarität. Basis ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit ist die Freundschaft zwischen Chefdesigner Alberto Sánchez und Art Director und Manager Eduardo Villalón. Die gebürtigen Valencianer vereint die Leidenschaft für die Schönheit einfacher Dinge, die sie im Alltag umgeben. Alberto (Jahrgang 1980) durchlief die klassische Ausbildung zum Produktdesigner; er graduierte 2005 an der Universitat Politècnica de València (UPV) und arbeitete anschließend im Designstudio von Ximo Roca und im Trendbüro Observatorio de Tendencias del Habitát (OTH). Eduardo Villalón hingegen ist überzeugter Autodidakt, der seinen Weg zum Design über verschiedene Marketingpositionen im Handel und in Medienformaten wie Magazinen und Radio fand.

Aus dieser Symbiose erwächst eine ganz eigene Kultur der Inszenierung: MUT-Produkte scheinen mehr zu sein als leblose Dinge. Sie sprechen die Menschen direkt an und werden erst durch die Interaktion mit dem Betrachter oder Nutzer komplett. Emotionales Design nennen „die MUTs” diese starke Charakteristik ihrer Arbeiten. MUT kennen keine Distanz zu den Dingen und ziehen Bleistift, Collage und kreatives Chaos digitalen Entwurfstechniken vor. Auch hierbei erweist sich die sympathische Kombination von Albertos Enthusiasmus und Eduardos Pragmatismus als höchst produktives Prinzip. Seit vier Jahren unterstützt noch die deutsche Produktdesignerin Pola Knabe das MUT-Team.

Im Design der Spanier ist eine immer wiederkehrende Tendenz zu schlichten, weichen Kreisformen angelegt. Dabei spielt MUT virtuos mit dem Verhältnis von Linie und Volumen, von Zwei- und Dreidimensionalität: Ein Stuhl, der nur aus Linien zu bestehen scheint (E interiors) steht neben einem blockartigen Sofa (Missana), ein flacher Spiegel entpuppt sich als hintergründiges Regal, und ein filigranes Hängeregalsystem scheint in erster Linie den Raum einzurahmen und offenbart erst auf den zweiten Blick eine schmale, auf dem zarten Rahmen balancierende Ablagefläche (beides für Ex-t design). Ein X-förmiger Hocker (Bolia) entfaltet in der Reihung eine fast ornamentale Wirkung, die an die Tapeten und Fliesen von MUT erinnert, und die Duplex Tische (Sancal) zeugen nicht nur von der Bezugnahme auf architektonische Vorbilder wie Mies van der Rohe, sondern auch von einer ganz eigenen Auffassung des Raums, der in Fläche gezogen und wieder auseinandergefaltet erscheint – so wie die ISO-Fliesen (Harmony Inspire) oder der vom Möbiusband inspirierte ADA Archiproducts-Pokal 2018. Die Lust, Dinge aus der Fläche zu entwickeln und der Fläche Raum zu verleihen, prädestiniert MUT auch zu dem Design von Teppichen und der Art Direction für GAN. Andere Objekte wie die akustischen Raumpaneele der Serie Beetle (Sancal) scheinen direkt von der Natur inspiriert und an die Wand gebannt, ohne dabei ihr Leben einzubüßen.

Diese dimensionalen Zwitterwesen offenbaren eine Leidenschaft für eine grafische Gestaltung der Umwelt und haben eine frappierende optische Wirkung. Sie strukturieren den Raum, ohne ihn zu belasten, und schaffen Platz für skulpturenartige, elegante Objekte wie die Twin Sessel (Expormin), für die MUT ihren zweiten Red Dot Award erhielten. Wo ihre Objekte einmal nicht das Außergewöhnliche im Alltäglichen durch eine fast surreale, dabei immer subtile Verfremdung sichtbar machen, überführen sie vertraute Formen in ein modernes Design, wie bei dem Hängesessel Nautica (Expormin). Ein weiteres wichtiges Thema für MUT ist das Licht – Licht, dessen emotionale Wirkung auf den Menschen in dem wellenförmigen Glas der Chromo Leuchte (Preciosa Lighting/Wallpaper Mag) und dessen faszinierende Reflexionen in Formen wie der Spiegelserie Duo (Sight Unseen) eingefangen werden.

Der Name MUT kommt aus dem Valenzianischen (einer Variante des Katalanischen) und bedeutet so viel wie die Aufforderung „Ruhe!“, mit der man sich Gehör verschaffen will. Die Designer können sich aber auch mit der im Deutschen angelegten Bedeutung von „Mut“ identifizieren: „Das ergänzt unser Selbstverständnis perfekt, weil es heute viel Mut verlangt, seine eigene Linie zu vertreten und nicht mit dem Strom der Trends zu schwimmen“, so die Spanier. Und tatsächlich fallen ihre Entwürfe vor allem durch Emotionalität und eine sprechende Formensprache auf, die einzigartig ist.

Bilder: https://www.imm-cologne.de/news/content-fuer-medienvertreter/bildmaterial/bilder-das-haus.php





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