17.–23.01.2022 #immcologne

DE Icon Pfeil Icon Pfeil
DE Element 13300 Element 12300 EN
DE Icon Pfeil Icon Pfeil
DE Element 13300 Element 12300 EN
Suche Kontakt Tickets
Tickets
Nachhaltig bauen und einrichten

Terrazzo erobert Böden, Möbel und Accessoires

Wir kennen ihn aus Bädern, Küchen oder Treppenhäusern in Nachkriegsbauten der 1950er Jahre. Oder haben im Italienurlaub in historischen Villen über ihn gestaunt. Terrazzo – ein Baustoff aus Gesteinssplittern, Kalk oder Zement – punktet im wahrsten Sinne des Wortes mit seinen bunten Sprenkeln. Und nicht nur das: Da Nachhaltigkeit immer wichtiger wird, bietet Terrazzo eine vielversprechende Alternative zu anderen Werkstoffen.

Terrazzo-Tisch „Venezia“ von TIPTOE

Der Kaffeetisch „Venezia“ von TIPTOE besteht aus Recycling-Kunststoff und besticht mit seiner gesprenkelten Terrazzo-Optik. (Foto: TIPTOE) Erfahren Sie mehr zum Produkt bei ambista .

Terrazzoplatten – ein Stück Geschichte

Terrazzo blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon die alten Römer und Griechen fertigten den Bodenbelag in der Antike an. In der Renaissance erlebte Terrazzo sein erstes Comeback: Paläste und Kirchen Venedigs wurden mit dem prachtvollen „Venezianischen Boden“ verziert. Weniger ästhetisch, aber dafür umso nachhaltiger wurden Terrazzo-Platten aus Trümmern vor allem im Nachkriegsdeutschland hergestellt und häufig in Bahnhöfen und Treppenhäusern verbaut.

Seit 2014 erlebt Terrazzo die nächste Wiedergeburt: Designer setzen zunehmend auf den nachhaltigen Baustoff mit Sprenkel-Optik. Sie mischen Kunststoffe, alte Ziegel oder Bauschutt dazu – und entwerfen sogar Möbel und Accessoires im Terrazzo-Design.

Terrazzo-Kleiderständer „Fil“ von SCHNEID

In einem Mix aus Mikro-Terrazzo und Beton präsentieren sich die „Meta” Dekorfolien für Möbel- und Möbelfronten von Interprint. (Foto: Interprint GmbH) Mehr dazu bei ambista .

Möbel und Deko im Terrazzo-Look

Edler Marmor steht in der Designwelt schon seit einigen Jahren wieder hoch im Kurs. Nun kommt Terrazzo dazu, das sich nicht nur als Bodenbelag oder Material für Waschbecken eignet. Auch Terrazzo-Möbel werden immer beliebter. Bei diesem Kleiderständer von SCHNEID fungiert das steinartige Material beispielsweise als robust-standhafter Fuß. Als individuell gemaserte Tischplatte für Ess-, Beistell- oder Couchtische macht Terrazzo eine ebenso gute Figur. Wie TIPTOE beweist, geht es auch leichtgewichtig: Für seinen Kaffeetisch kommt recyceltes Plastik statt Stein zum Einsatz.

Terrazzo-Deko und Stoffe liegen ebenfalls im Trend: Duschvorhänge, Bettwäsche, Sofakissen, Vasen, Lampen, Servierplatten, Tapeten oder Teppiche mit Terrazzo-Muster sind nur ein paar der Beispiele. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Darüber hinaus lassen sich Fliesen und Möbelfronten auch im Nachhinein mit der Sprenkel-Optik verzieren. Verblüffend realistische Klebefolien, beispielsweise aus der Reihe „Meta“ von Interprint , wiegen dabei im Gegensatz zu echtem Terrazzo nur wenige Gramm.

Doch Terrazzo ist mehr als Design. Als Werkstoff eröffnet es in Sachen Nachhaltigkeit ganz neue Perspektiven.

Möbelfolie im Terrazzo-Look mit „Meta” von Interprint GmbH

In einem Mix aus Mikro-Terrazzo und Beton präsentieren sich die „Meta” Dekorfolien für Möbel- und Möbelfronten von Interprint. (Foto: Interprint GmbH) Mehr dazu bei ambista .

Aus alt mach neu – Terrazzo als nachhaltiges Material

Was gestern noch als überholt galt, kann heute als Grundlage für nachhaltiges Bauen dienen.

Das Berliner Design- und Architekturkollektiv „They Feed off Buildings“ sieht das auch so und stellt Terrazzo-Platten her, die sich buchstäblich aus alten Häusern speisen. Die Gründerinnen Luisa Rubisch und Rasa Weber sammeln Bauschutt oder Marmorreste von Kernsanierungen oder Abrissarbeiten ein und verwerten sie in ihrem Werkstoff „Urban Terrazzo“ . So werden Ressourcen geschont, Müll reduziert und ein Stück Stadtgeschichte bewahrt.

Tatsächlich bietet Terrazzo in Sachen Recycling zahlreiche Möglichkeiten. Bauschutt und Steinreste sind nur eine von vielen Quellen. Insbesondere Kunststoff bildet eine gute Basis, wie der oben gezeigte Kaffeetisch von TIPTOE beweist. Der französische Möbelhersteller hat sich zur Aufgabe gemacht, langlebige, nachhaltige Möbel zu produzieren. Denn nachdem billiger Kunststoff und Massenproduktion ganze Industriezweige revolutioniert haben, wird die Frage „Wohin mit dem Müll?“ auch in der Möbelbranche immer lauter. Dass er – wie Terrazzo beweist – als Werkstoff für hochwertige Möbel dienen kann, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Terrazzo-Design – zeitlos und pflegeleicht

Nachhaltigkeit ist mehr als der Einsatz recycelter Ressourcen. Zeitloses Design und langlebige, hochwertige Materialien wirken der Wegwerfmentalität entgegen. Terrazzo-Platten sind äußerst strapazierfähig und pflegeleicht. Die fugenlos gegossene Oberfläche aus robustem Zementstrich lässt keine Feuchtigkeit durch. Auch nach jahrelanger Nutzung kann das Material durch einfaches Polieren in neuem Glanz erstrahlen.

Ähnlich wie Marmor oder Naturstein ist Terrazzo individuell gemasert, was dem Wunsch nach Einzigartigkeit und Authentizität entspricht. Gleichzeitig sind Terrazzo-Deko, -Böden und -Möbel mit zahlreichen Stilen und Materialien kombinierbar. So bilden der minimalistische skandinavische Stil und das verspielte Terrazzo-Muster eine wunderschöne Kombi, die wir in der Möbelbranche bestimmt noch länger sehen werden.

Das könnte Sie auch interessieren: